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Brückenpfosten können für Radler gefährlich werden

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erstellt am 13.Aug.2013 | 03:59 Uhr

GLÜCKSTADT | Sie sind rot und weiß markiert, etwa einen Meter hoch. Wenn die Sonne scheint, glitzern sie. Ebenso bei Dunkelheit im Schein der Lampen. Auf den ersten Blick wirken die Absperrpfosten, die an der Überfahrt auf der neuen Brücke in der Verlängerung der Hallingstraße zum Stadtteil Tegelgrund montiert wurden, scheinbar völlig harmlos.

Aber nur auf den ersten Blick. Denn die Pfosten bergen Gefahrenpotential - Kollisionsgefahr. Zwischen Pfosten und Brückengeländer besteht eine Durchfahrtsbreite von gerade mal einem guten Meter. Heutzutage sind aber Lenkerbreiten an Fahrrädern von 60 bis 70 Zentimetern keine Seltenheit. Es ist leicht, sich auszurechnen, dass dann auf jeder Seite gerade mal 15 bis 20 Zentimeter Spielraum für die Durchfahrt reichen müssen. Stefanie Topp aus dem Tegelgrund nutzt die Brücke jeden Tag, um ihren Sohn mit dem Rad aus dem Kindergarten abzuholen: "Ich muss mich doch konzentrieren und ziemlich zirkulieren."

Streift auf dem viel befahrenen Schulweg ein Kind mit dem Lenker einen der Pfosten, wäre ein Sturz mit erheblichen körperlichen Verletzungen denkbar. So ist es fast Daniel Blucha ergangen. Der 13-Jährige verfehlte einen der Pfosten nur um Haaresbreite. "Das war ganz knapp. Die Dinger sind auch uncool, die gab es an der alten Brücke auch nicht", erklärt er. Daniel benutzt den Weg über die neue Brücke zusammen mit seinem Freund Jesse Malinowski (11) jeden Tag.

Bauamtsleiter Dr. Lüder Busch hat die Situation selbst in Augenschein genommen. Eine echte Gefahrenstelle konnte er allerdings trotz regem Rad-Verkehr nicht ausmachen. "Es ist natürlich auch immer Eigenverantwortung dabei, eigentlich sind die rot-weißen Pfosten nicht zu übersehen."

Aufgestellt wurden die Pfosten, damit zum Beispiel kein unbefugter Pkw die Brücke passiert. Das ergab sich aus der Brückenstatik, die die Belastung möglichst gering hält. Die neue Brücke ist konzeptionell Rad- und Fußweg.

Das finden René Sommer (42) und weitere Befragte aus dem Tegelgrund sehr gut: "Dann kann wenigstens kein Missbrauch getrieben werden und die Brücke hält auch länger." Einig waren sich aber alle Befragten, dass die Pfosten durchaus mit etwas Abstand vor die Brücke platziert werden könnten. Es entsteht eine leichte Ellipse und damit ein größerer Schwenkbereich; die Kollisionsgefahr würde sich minimieren. "Eine gute Idee; aber weg dürfen die Pfosten auf keinen Fall", sagt dazu Hauke Reimers von der städtischen Tiefbauabteilung. In Übereinstimmung mit Dr. Busch wird Reimers die Situation prüfen. Wichtig ist, dass kommunale Fahrzeuge zum Beispiel beim Mähen nicht beeinträchtigt werden. "Aber das krieg ich hin", war sich Hauke Peters sicher. Denn die Brückenbaufirma hat noch Restarbeiten zu erledigen. Dann könnte auch der Pfostenversatz in Angriff genommen werden.

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