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Norddeutsche Rundschau

21. Oktober 2017 | 15:20 Uhr

Brückenbau unter Hochdruck

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Straßenbau südlich der Störbrücke kann voraussichtlich erst im kommenden Monat beginnen / Freigabe könnte sich bis 2016 verzögern

shz.de von
erstellt am 06.Mär.2015 | 05:00 Uhr

Der Wind weht dem Staatssekretär eisig um die Nase, als er auf der Brücke 20 Meter über der Stör aus seinem Dienstwagen steigt. „Aber die Aussicht ist gut“, sagt Frank Nägele aus dem Verkehrsministerium in Kiel, der sich gestern über den Fortgang der Arbeiten an der größten Brückenbaustelle Schleswig-Holsteins informiert hat. „Wir sind durch ein Vergabekammerverfahren ein wenig in Zeitverzug“, sagt der Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein, Torsten Conradt, der mit Nägele nach Itzehoe gekommen ist.

Eigentlich hätten die Arbeiten an der Autobahn 23 zwischen der Strombrücke und der Anschlussstelle Itzehoe-Süd längst in Angriff genommen werden sollen. Doch weil ein Bieter gegen die Vergabe geklagt hatte, blieben die Arbeiten, die ein Vergabevolumen von rund zehn Millionen Euro umfassen, rund drei Monate liegen. „Das wollen wir jetzt wieder aufholen, und ich könnte mir sogar vorstellen, dass wir es schaffen, wenn das Wetter mitspielt – das ist jedenfalls unser Ziel“, sagt Conradt, als er über die Störbrücke geht. Ursprünglich sollte der gesamte Lückenschluss der A  23 noch in diesem Jahr für den Verkehr frei gegeben werden.

Nägele ist da etwas reservierter. „Wir hoffen, dass wir die Arbeiten in 2015 abschließen werden, aber wenn es 2016 wird, können wir auch damit leben.“ Mit den Bauarbeiten sei er sehr zufrieden. Auch die Kosten seien „völlig im Rahmen“, obwohl sie im Laufe der Arbeiten durch Dynamisierung der Löhne und steigende Materialkosten von 140 Millionen Euro auf jetzt rund 153 Millionen Euro angestiegen sind. „Das ist im Rahmen von Kostenschätzungen nicht zu vermeiden, und ich wäre froh, wenn es bei allen Baustellen so bleiben würde“, so Nägele.

Zurzeit werden an der Brücke Überstiegsschutzgitter montiert, auf der westlichen Strombrücke und der nördlichen Auffahrt fehlt noch der oberste Asphaltbelag. Der Verkehr wird weiter über die östliche Brücke geleitet, was bis zum Abschluss der Arbeiten so bleiben wird. „In der Hauptsaison wird es hier bestimmt mal eng werden, aber ich habe den Eindruck, dass die Menschen in der Region dem Brückenprojekt mit großer Akzeptanz begegnen“, sagt der Staatssekretär und schaut auf die Brückenkonstruktion, die gerade mit einem neuen Korrosionsschutz versehen wird. Ob die Brücke vor einer offiziellen Eröffnung auch für Fußgänger zu besichtigen sein wird, sei noch nicht klar. Man solle erst einmal das Wetter abwarten, so der Staatssekretär. Nägele: „Wir wollen die Brücke auf jeden Fall für die Menschen erlebbar machen – aber nun lassen Sie uns erst einmal fertig werden.“

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