Umzug : Brokstedter Archiv hat neues Zuhause

Karten haben es Archivar Klaus-Dieter Westphal besonders angetan: hier eine „Topographisch Militärische Charte des Herzogtums Holstein (1789 bis 1796)“, auf der Brokstedt noch „Brokenstaedt“ heißt.
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Karten haben es Archivar Klaus-Dieter Westphal besonders angetan: hier eine „Topographisch Militärische Charte des Herzogtums Holstein (1789 bis 1796)“, auf der Brokstedt noch „Brokenstaedt“ heißt.

Sammlung ist jetzt im Plietschhuus in Brokstedt zu finden. Klaus-Dieter Westphal nimmt noch weitere Dokumente und Nachlässe entgegen

shz.de von
20. März 2016, 08:00 Uhr

Brokstedt gehörte bis 1948 zum Amt Sarlhusen, bevor es bis 1970 das Amt Brokstedt gab, das dann in das Amt Kellinghusen-Land eingegliedert wurde. Diese und unzählige weitere Informationen hat Klaus-Dieter Westphal in einer Fülle von Ordnern für das Gemeindearchiv von zusammengetragen. Seit 2013 ist er zum Archivar der Gemeinde Brokstedt bestellt. Jetzt hat das Archiv im Plietschhuus ein neues Zuhause.

„Nicht jedes Archiv hat alles, aber jedes Archiv hat seinen Schatz“, freut sich Klaus-Dieter Westphal. Zunächst sammelte, bearbeitete und ordnete er alles in seinem Privathaus. Dankend nahm und nimmt er Informationen von Mitbürgern sowie ebenso aus Nachlässen an. Besonders interessiert er sich auch für Kartenmaterial. Und immer wieder freut er sich, wenn er in Gesprächen mit neuen Hintergründen versorgt wird. Damit wuchs nicht nur die Anzahl der Ordner, sondern auch der Wunsch, der Öffentlichkeit Einblicke in das wachsende Gemeindearchiv zu ermöglichen. Jetzt ist auch das Raumproblem gelöst und der Brokstedter Archivar hat einen 15 Quadratmeter großen Raum im Plietschhuus bezogen. Sollten die Umlandgemeinden mit ihren Archiven mit in das Plietschhuss gehen, ist wohl noch ein weiterer Raum nötig. Denn für einmal angedachte Schauvitrinen für besondere Funde, wie beispielsweise dem Grapenfund aus dem späten Mittelalter, könnte es dann schnell zu eng werden.

Brokstedt nur isoliert zu betrachten, erscheint Archivar Westphal nicht ausreichend. Ist die Gemeinde doch mit umliegenden Orten der Kreise Steinburg (Quarnstedt, Willenscharen und Sarlhusen) sowie aus dem Kreis Segeberg eng verflochten. Nicht zuletzt auch durch Bildung eines „Kirchspiels Brokstedt“ 1899/1900, zu der drei Steinburger und vier Segeberger Gemeinden gehören. „Viel spannender ist also die gesamträumliche Sichtweise“, betont Westphal. Beispielsweise finden sich vom plattdeutschen Dichter Heinz Richard Meier, 1921 in Sarlhusen geboren und in Brokstedt gelebt, 160 Gedichte und Geschichten sowie vier Bücher im Archiv.

Unter den Sammlungen sind auch Aufzeichnungen von Prof. Dr. Riediger (Bad Bramstedt), Pastor Zechlin, Konrektor Berndsen, Hermann Rieckhoff, Hans Heinrich Harbeck, Richard Meier, Mühle Meyn von Christa Meyn und beispielsweise die Familienchronik der Familie Meier von Gerhard Meier. Eine Besonderheit bildet die von Heinz Pott zusammengetragene Postkartensammlung.

Weitere Archivschätze sind neben einigen Kostbarkeiten privater Fotoalben materielle Urkunden über Kaufverträge oder Altenteiler-Regelungen. „Gerade hier ist aber noch eine Menge Luft“, weiß Klaus-Dieter Westphal und bittet bei Familiennachlässen doch bei ihm nachzufragen, ob Interesse an einer dauernden Verwahrung besteht. Und: Wer mit Klaus-Dieter Westphal ins Gespräch kommt, wird schnell infiziert, und möchte noch mehr wissen.

Wer dem Gemeindearchiv in Raum 14 im Plietschhuus einen Besuch abstatten möchte, ist jeden zweiten Mittwoch an ungeraden Kalenderwochen, jeweils von 14.30 bis 16.30 Uhr, oder nach telefonischer Vereinbarung mit Archivar Westphal unter 04324/1657 oder 0151/ 114432 616 willkommen. Die nächsten Termine sind der 30. März und im April der 13. und 27.

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