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Brokdorf-akut weist Vorwurf der Angstmache zurück

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Nachdem die Ergebnisse des Krebsregisters und der Bodenprobenuntersuchung für Wewelsfleth bekanntgegeben worden waren, hatte die Bürgerinitiative MIT Kernenergie der Initiative Brokdorf-akut „vorverurteilende und angstmachende Meinungsmache“ vorgeworfen (wir berichteten). Dagegen verwart sich Brokdorf-akut.

Deren Sprecher, Karsten Hinrichsen, betont: „Die Initiative Brokdorf-akut setzt sich dafür ein, dass die Ursache für das signifikante Krebscluster in Wewelsfleth gefunden wird.“ Brokdorf-akut habe vom Sozialministerium gefordert, als mögliche Verursacher die Bodenbelastung, die Werft und das AKW Brokdorf zu untersuchen. „Eine Vorverurteilung des AKW Brokdorf (und anderer möglicher Verursacher) hat die Initiative gewissenhaft unterlassen“, unterstreicht er und fügt hinzu: „Deshalb fordern wir von den AKW-Mitarbeitern Herrn Rathjen und Herrn Dr. Wink, zu einem sachlichen Informationsaustausch zurück zu kehren. Brokdorf–akut verwahrt sich gegen derartige Unterstellungen. Die Initiative hat weder behauptet, dass die Ursache für die vielen Krebserkrankungen in Wewelsfleth im Boden oder im Atomkraftwerk liegt. Diese Punkte waren – unter anderen – vom Krebsregister als denkbare Quellen genannt worden. Klar ist heute, dass der Boden offenbar nicht die Ursache ist. “

Auch die Behauptung von „MIT Kernenergie“, die Bewohner hätten nun die Gewissheit, dass das Kernkraftwerk Brokdorf für keinerlei Krebserkrankungen in ihrem Dorf verantwortlich sei, will Brokdorf-akut so nicht stehen lassen. Das Krebsregister hätte sich vorsichtiger geäußert. Hinrichsen zitiert: „Schlüssige Hinweise für das Kernkraftwerk Brokdorf als Ursache lassen sich aus den Daten nicht ableiten.“ Das Sozialministerium habe eine zufällige Häufung vermutet oder Ursachen im Bereich des persönlichen Lebensstils. Dies zeige letztlich nur, „dass gesicherte Erkenntnisse noch immer fehlen“, meint Hinrichsen.

Mittlerweile lägen neuere Daten des Krebsregisters vor, wonach ab 2009 die Werte des Krebskatasters für Wewelsfleth wieder im Normalbereich liegen. Hinrichsen: „Das ist sehr erfreulich und wichtig nicht nur für die Wewelsflether. Die Ursache für die jahrelang erhöhten Werte liegt dagegen weiterhin im Dunkeln.“

Er führt weiter aus, dass die Initiative Brokdorf-akut die Gemeinde unterstützt habe und verweist auf ein Gespräch im März 2012 mit dem zuständigen Sozialministerium in Kiel. Dabei habe Brokdorf-akut unter anderem angeregt, in Wewelsfleth Bodenuntersuchungen durchzuführen, um Bodenbelastungen als denkbare Ursache einschätzen zu können. Außerdem hätte das Sozialministerium das Bundesumweltministerium Anfang 2013 auf Bitten von Brokdorf-akut um Unterstützung bei der Aufklärung der Auswirkungen von Niedrigdosisstrahlung durch das AKW Brokdorf gebeten. „Die Antwort liegt noch nicht vor.“

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erstellt am 22.Mai.2014 | 15:15 Uhr

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