Bringt Dithmarscher Döntjes zu Papier

Helga Schwemmer mit ihrem neuen Buch 'Wenn du di ni freuen kannst...'. Foto: Spill
Helga Schwemmer mit ihrem neuen Buch "Wenn du di ni freuen kannst...". Foto: Spill

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30. Dezember 2010, 08:12 Uhr

Schmedeswurth | "Wenn du di ni freuen kannst..." , so der Titel des neuen Buches von Helga Schwemmer. 28 Döntjes hat die Autorin von plattdeutschen heiteren Geschichten zu Papier gebracht. Nach "Plietsch musst ween!" ist dieses Buch ihr zweites Werk.

Helga Schwemmer lebt in Ostermenghusen, einem kleinen Ortsteil von Schmedeswurth. Ihr Häuschen ist idyllisch gelegen, etwa einen Kilometer von der Bundestraße 5 entfernt. Hier fühlen ihr Mann Lothar und sie sich sehr wohl. "Vor 18 Jahren haben wir das Grundstück mit den schönen, alten Bäumen entdeckt und unser Haus hier gebaut", sagt Helga Schwemmer. Zuvor lebte das Paar 25 Jahre in Kronprinzenkoog. Helga Schwemmer jedoch kommt von einem Bauernhof in Rösthusen. Aus der Zeit stammt auch ihr Fingerspitzengefühl für die Lebensart der Dithmarscher und ihre Schicksale, die sich in den Geschichten widerspiegeln.

Dabei ist Schreiben für Helga Schwemmer gar nicht etwas so besonderes. "Ich mache es einfach und freue mich, wenn es den Menschen gefällt", erzählt die 73-Jährige. Als sie ihren Ruhestandssitz in Schmedeswurth bezogen, wollte Helga Schwemmer eigentlich malen und zeichnen. "Ich hatte mir schon die entsprechenden Materialien gekauft, doch ich malte Buchstaben", sagt die Autorin und schmunzelt. Ganz auf das Zeichnen hat sie aber trotz der Schreiberei nicht verzichtet, denn beide Bücher hat sie selbst illustriert.

So auch das Titelbild von "Wenn du di ni freuen kannst..." mit der Strohpuppe auf dem Bahnsteig aus der Geschichte von "Max Hansen sien Undöög". Mit Max Hansen hatte Helga Schwemmer einen Nachmittag verbracht und sich von ihm die Jugenderlebnisse, Streiche und vieles mehr erzählen lassen. Auf diese Weise wurden der Autorin viele Geschichten zugetragen. "Und mir fällt immer noch etwas dazu ein", gibt Helga Schwemmer zu. Doch ob nun Original oder ausgedacht, die Hauptsache sei doch, es gefällt. So schließt auch das Buch der Autorin mit einem Ausspruch von Max Hansen: "Wenn du di ni freuen kannst, denn büst du ni weert, dat du leevst." Doch ein wenig Nachdenkliches ist im Buch von Helga Schwemmer zu finden, wie "Dien Weg".

Ihren Personen hat Helga Schwemmer nur selten frei erfunden, einigen hat sie andere Nahmen gegeben, manche aber auch mit Erlaubnis beim richtigen Namen genannt, wie eben Max Hansen oder Delf Jans. "Es ist ja alles harmlos", sagt Helga Schwemmer und lächelt. In der Geschichte "Bips" geht es um einen tropfenden Wasserhahn und um "Mien Jan". "Das ist mein Mann Lothar", erklärt die Autorin und gibt zu: "Mein Lothar ist mein liebster Kritiker, auf sein Urteil lege ich viel Wert." Oft hat Helga Schwemmer ihm die Geschichten vorgelesen, obwohl er selbst gar kein Plattdeutsch spricht. Ihre besten Einfälle hat die 73-Jährige allerdings bei der Hausarbeit, ob beim Kartoffelschälen oder beim Ausfegen. In der Erzählung "Dichtung und Wohrheit" lässt sich das nachlesen.

Von Ruhestand kann bei Helga Schwemmer daher auch keine Rede sein. Zurzeit arbeitet sie an einer Biografie ihres Ehemannes und plant auch ihre eigene Lebensgeschichte zu Papier zu bringen. Dabei verschließt sich Helga Schwemmer beim Schreiben auch nicht der neuen Technik: Längst nutzt sie Laptop und Internet nicht nur, um den Enkelkindern zu schreiben, was ihr viel Spaß bereitet.

Doch im Sommer widmet sich das Ehepaar Schwemmer stets seinem schönen Garten und freut sich dann auch über viele Gäste, die ihr Anwesen in Augenschein nehmen.

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