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Norddeutsche Rundschau

17. Dezember 2017 | 01:17 Uhr

Kriegserlebnisse : Briefe von der Front

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Peter Schlüter schrieb 1941 bis 45 rund 400 Feldpostbriefe an die Familie – jetzt sind sie als Buch erschienen.

„Liebe Eltern! Es grüßt Euch Euer Peter. Es geht mir gut, jenes hoffe ich auch von Euch. Was sagt Ihr denn nun, daß Ihr wieder Päckchen schicken könnt. Was meint Ihr, was der Landser sich da freut, wenn die kleinen Liebesgaben aus der Heimat wieder rollen, sogar Päckchen bis 250 g ohne Zulassungsmarke. Ich das nicht einfach ausgezeichnet. Ihr wolltet mir doch noch Puddingpulver schicken, welches ich damals schon mit haben sollte, als mein Urlaub beendet war. Habt Ihr auch ein bißchen Zucker dafür. Dann noch 250 g Salz und ich tausche mir dafür die Milch hier für den Pudding ein bei den Russen."

Diese und viele andere Zeilen schrieb der Horster Peter Dietrich Emil Schlüter 1943 als Feldpost aus seinem Lager im russischen Orel. Während seiner Dienstzeit von 1941 bis 1945 im zweiten Weltkrieg schrieb Schlüter über 400 Briefe an seine Lieben zu Hause in Horst. Diese Briefe hat Tochter Doris Sander vor einigen Jahren bei der Räumung des Elternhauses gut abgeheftet in einem Ordner gefunden. Schon damals keimte in ihr die Idee, diese in Sütterlin geschriebenen Feldpostbriefe zu „übersetzen“ und daraus ein Buch zu machen.

Jetzt ist diese Idee in die Tat umgesetzt worden. Unter Mithilfe des Horster Grafikers Michael Plata wurde ein 416 Seiten dickes Buch erstellt. „Rund ein Jahr hat es gedauert, bis alle Briefe durchgearbeitet und druckfertig waren“, sagt Doris Sander, die das Buch zusammen mit Michael Plata auch mit über 40 historischen Fotografien illustriert hat.

„Die Fotografien konnten den Briefen zeitlich leider nicht zugeordnet werden. Die Briefe sind in der Regel nicht mit Ortsangaben versehen, die Fotografien nicht datiert“, erklärt Doris Sander. Aus den Briefen gehe hervor, dass ihr Vater einen Fotoapparat hatte und dass er mehrere Male davon schrieb, dass er Negative nach Hause schickte, um davon Abzüge machen zu lassen.

Peter Dietrich Emil Schlüter geht in seinen Briefen weniger auf die aktuellen Kriegsgeschehnisse ein, sondern beschreibt in erster Linie das Alltagsleben als Wehrmachtsangehöriger.

Oftmals geht es dabei um so wichtige Dinge wie das Essen und Trinken. „Die Briefe sind ein interessantes Zeitdokument, in denen auch verschiedene Horster Bürger genannt werden“, sagt Doris Sander.

Sie wollte diese Briefe für die Nachwelt erhalten und ließ insgesamt 50 Buchexemplare drucken. Interessenten können das Buch „Feldpostbriefe 1941-1945“ zum Preis von 28,90 Euro bei Doris Sander in der Fritz-Reuter-Straße 44 in Horst erwerben.

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