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Norddeutsche Rundschau

23. August 2017 | 01:19 Uhr

Breite Straße bleibt offen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Befürworter-Stimmen nach Probejahr überwiegen

Seit gut einem Jahr ist die Breite Straße für den Verkehr geöffnet – und sie wird es auch bleiben. Trotz kritischer Stimmen beschloss der Stadtentwicklungsausschuss mehrheitlich, an der Öffnung festzuhalten.

Der Entschluss, die bisherige Fußgängerzone zwischen Breitenburger Straße und Berliner Platz zu öffnen, fiel im April 2013, am 15. August 2013 wurde die Beschilderung entsprechend geändert. Festgelegt wurde damals, zunächst die Entwicklung während eines Probejahres abzuwarten. Das wurde auch mit dem Innenministerium so abgesprochen. Das Land ist involviert, weil für die Einrichtung der Fußgängerzone einst Fördergelder aus der Städtebauförderung geflossen waren.

Nun ist das Probejahr vorbei – und in der Verwaltung gibt es keine Zweifel: „Allgemeiner Tenor ist, dass es durch die Freigabe für den Autoverkehr und die Einrichtung von Kurzzeitparkplätzen zu einer Belebung der Innenstadt gekommen ist und sich die Umsätze erhöht haben“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Das sei regelmäßig in den „Fachgesprächen Innenstadt“ zu hören gewesen. Eine Stellungnahme von Stadtmanagerin Lydia Keune-Sekula bekräftigt dies: Bereits nach einem halben Jahr sei auch keiner der vormaligen Skeptiker unter den Anliegern mehr negativ eingestellt gewesen. „Nach gut einem Jahr kann man sagen, dass Geschäfte, die – umgangssprachlich ausgedrückt – bereits unter dem Sauerstoffzelt lagen, mittlerweile wieder steigende Umsatzzahlen verbuchen.“

Das untermauerte Ausschuss-Mitglied Jörg Frähmcke (FDP), mit seiner Bäckerei und Konditorei selbst Anlieger: „Die Öffnung hat zur Belebung der Straße beigetragen.“ Zumal noch die Eröffnung des Stör-Carree dazu kam, überwiegen für ihn die positiven Effekte – nicht umsonst werde jetzt auch die Öffnung der oberen Feldschmiede gefordert.

Doch nicht alle Politiker waren so begeistert. Joachim Leve (IBF) vermisste „konkrete Ergebnisse“ wie Zahlen zu den Umsatzsteigerungen oder neu vermieteten Flächen. „Man sollte es kritisch überdenken“, meinte er. „Ich persönlich finde es negativ und würde die Straße wieder schließen.“

Auch Dr. Kirsten Lutz (DAF) mochte sich „dieser allgemeinen Euphorie“ nicht anschließen. Einen Zusammenhang zwischen Leerständen und Autos sah sie nicht. „Ich finde nach wie vor eine Fußgängerzone schön, wo man ungestört gehen kann.“

Berndt Doege (UWI) beklagte das Verhalten der Autofahrer: „Schrittgeschwindigkeit wird nicht beachtet, zum Teil wird sogar gehupt, um die Fußgänger zu verscheuchen.“ Eine Überprüfung der Parksituation gebe es offenbar auch nicht.

Frähmcke widersprach: „Die Überwachung funktioniert sogar sehr gut.“ Abends wäre es allerdings wünschenswert, wenn die Polizei „öfter mal gucken würde“.

Im Rathaus waren keine Unfälle bekannt, Henning Wendt (Grüne) regte das Aufstellen einer Geschwindigkeitsanzeige zur Abschreckung der Raser an.

Die Öffnung habe sich bewährt, betonte Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen und wollte eine Diskussion über eine erneute Schließung „nur führen, wenn eine Alternative genannt wird“.

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erstellt am 04.Sep.2014 | 05:00 Uhr

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