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Norddeutsche Rundschau

16. Dezember 2017 | 03:14 Uhr

Breitbandnetz in den Startlöchern

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Schnelles Internet losgelöst vom kreisweiten Zweckverband

von
erstellt am 01.Feb.2014 | 05:00 Uhr

Ein ehrgeiziges Projekt steht in den Startlöchern: der Aufbau eines Breitbandnetzes in Kronprinzenkoog, losgelöst vom kreisweiten Zweckverband, dem nahezu alle Kommunen in Dithmarschen angehören. Die Köger haben schon früh einen eigenen Weg angemeldet. Sie wollen nicht warten, bis der Zweckverband eines Tages das geschätzte Kapital von 120 Millionen Euro für das flächendeckende schnelle Internet zusammen hat. In Kronprinzenkoog genügen zunächst einmal rund zwei Millionen.

Dieses Geld haben die derzeit 23 Gesellschafter der Breitbandnetz Südermarsch UG & Co. KG zusammengetragen: 1,75 Millionen Euro beträgt ihre Einlage. Weitere 350 000 Euro werden von der Gemeinde Kronprinzenkoog erwartet. Die Gesamteinlage, so Geschäftsführer Carsten Paustian, werde „die komplette erste Bauphase abdecken“. Die soll im Frühjahr angeschoben werden, im Februar sollen die Tiefbauarbeiten ausgeschrieben werden. Mit Breitbandanschlüssen versorgt werden die Einwohner des Kronprinzenkoogs sowie die Gesellschafter im benachbarten Kaiser-Wilhelm-Koog und in Friedrichskoog – nahezu alle sind Windmüller.

In der jüngsten Gesellschafterversammlung wurde der Startschuss für den Netzaufbau mit Glasfaserleitungen juristisch vorbereitet. So hat die Breitbandnetz Südermarsch einen Betreibervertrag mit der Kieler TNG als Provider für Telefon- und Internetanschlüsse ebenso unterzeichnet wie mit der Global Connect. Die wird den nötigen so genannten Backbone aufbauen, den Anschluss des Netzes aus dem Koog ans Internet. Die Leitung wird von Meldorf in den Norderkoog gelegt. Ein dritter Vertrag regelt den Netzausbau in Kronprinzenkopg und die Beteiligung durch die Gemeinde. Paustian: „Wir verpflichten uns, alle Haushalte anzuschließen.“

Für die lohne sich das auf jeden Fall, ist er überzeugt. Denn bislang gibt es keine schnellen Datenleitungen im Dorf. Wer sich jetzt anschließe, zahle gerade mal 100 Euro. Wenn der Bagger später wiederkommen müsse, seien wegen des Mehraufwands leicht über 1000 Euro fällig. 210 Haushalte, etwa ein Drittel, hätten den Anschluss bereits beantragt. Paustian: „Wenn der Bagger rollt, wird das Interesse wachsen.“


Stadtwerke Brunsbüttel machen mit


Kooperationspartner sind zudem die Stadtwerke Brunsbüttel, die Sonderkonditionen für Schleusenstrom versprechen. Mit den SWB hat die Netzgesellschaft eine langfristige Kooperation vereinbart, auch in weiteren Gebieten.

„Wir haben jetzt die größten Knackpunkte aus dem Weg geräumt“, freut sich Carsten Paustian über den einhelligen Beschluss der Gesellschafter, diese vier Verträge zu unterzeichnen. Eine schnelle Entwicklung, immerhin wird erst seit einem Jahr intensiv an der Umsetzung gefeilt.

Gleichzeitig betont der Geschäftsführer, dass das eingesetzte Kapital langfristig nicht ausreiche, Kredite aufgenommen werden müssen. „Das ist absolut kein Selbstgänger, später eine Finanzierung hinzubekommen.“ Sein Anspruch: „Wir müssen seriös und solide sein.“ Eine windige Kapitalanlage mit der Aussicht auf schnelles Geld ist das Engagement in der Breitbandnetz Südermarsch UG & Co. KG keineswegs. Die Gesellschafter binden ihre Einlagen für 30 Jahre, bis zu 20 Jahre müssen sie akzeptieren, dass keine Zinsen fließen. Erlöse sollen in den weiteren Netzaufbau in der Region investiert werden. Für die Dörfer allemal ein Zugewinn, so Paustian: Sie werden attraktiver für junge Familien, die Immobilien gewinnen an Wert.

>Infos: www.breitband-sudermarsch.de

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