Schultheater : Bravo-Rufe für Banditen der Kaiser-Karl-Schule

Stück mit Humor und Action: Die Räuber (v.l.: Marleen Dölling, Amal Laghrissi, Mirja Alpen, Enya Wieck) rebellieren gegen ihre Anführer Falscapa (André Luis Jaschinski de Souza, Mitte l.) und Pietro (Julian Dercho).
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Stück mit Humor und Action: Die Räuber (v.l.: Marleen Dölling, Amal Laghrissi, Mirja Alpen, Enya Wieck) rebellieren gegen ihre Anführer Falscapa (André Luis Jaschinski de Souza, Mitte l.) und Pietro (Julian Dercho).

Itzehoer Theatergruppe begeistert mit Inszenierung der komischen Oper von Jacques Offenbach.

shz.de von
22. Februar 2017, 15:37 Uhr

Die Situation dürfte Doris Brandt-Kühl, seit mehr als 40 Jahren Leiterin der Theater-AG an der Kaiser-Karl-Schule, bekannt vorgekommen sein. Bereits in den neunziger Jahren präsentierte ihre damalige Gruppe sowohl national als auch international mit großem Erfolg Jacques Offenbachs Musical „Die Banditen“. Mit ihren heutigen Schützlingen wagte sich Brandt-Kühl in den vergangenen Monaten nun erneut an eine modernisierte Version des 1869 in Paris uraufgeführten und als Opéra-bouffe – die Parodie einer klassischen Oper – bezeichneten Stücks, die jetzt Premiere feierte. Mit dem gleichen Ergebnis: Das Ensemble erhielt im nahezu ausverkauften Itzehoer Theater frenetischen Applaus, der in Standing Ovations und laute Bravo-Rufe mündete.

Der Bauer Fragoletto, den Räuberhauptmann Falsacappa und seine Leute erst vor Kurzem überfallen hatten, hält um die Hand von dessen Tochter Fiorella an. Dies erlaubt Falsacappa nur unter der Bedingung, dass Fragoletto seine Eignung als Bandit unter Beweis stellt. Bei seiner Prüfung fängt er einen Kabinettskurier ab, dessen mitgeführten Schriftstücke die Bande auf eine Idee bringen: Um seine Schulden zu reduzieren, möchte der Herzog von Mantua die Tochter des Fürsten von Granada heiraten, verpflichtet sich aber, die Restschulden sofort zu zahlen. Falsacappa beschließt, die eintreffenden Spanier samt Prinzessin und Schatzmeister abzufangen und das Geld selber zu kassieren. Wie sich jedoch herausstellt, können die Schatzmeister nicht zahlen, da sie ihr luxuriöses Leben mit dem Geld finanziert haben. Auf einen Bestechungsversuch reagiert Falsacappa geschockt und beschimpft sie unter anderem als Banditen – und zeigt somit, auf wen Offenbachs Titel im Besonderen abzielt.

Mit der Mischung aus humorvollen Dialogen und Liedtexten sowie actionreichen Szenen gelang es den jungen Darstellern, die satirischen Anspielungen auf die Politik – die gelegentlich gewitzt auf die heutige Zeit übertragen wurden – und die Themen der Habgier, Naivität oder Liebe auf die Bühne zu bringen. Die schauspielerische Leistung ließ dabei vergessen, dass es sich um eine Schulaufführung handelt.

Der große musikalische Teil des Stücks wurde mit einigen Soli ansprechend umgesetzt. Insbesondere André Luis Jaschinski de Souza (Falsacapa), Kristina Boneß (Fiorella), Julian Dercho (Pietro, der Vertraute Falsacapas) und Bjarne Rost (Fragoletto) überzeugten in ihren Hauptrollen, Diego Grützmacher lieferte eine fehlerlose Begleitung am Klavier.

Viele letztjährige Abiturienten hatten das Ensemble verlassen, das sich somit stark verjüngt hatte. Vor dem Hintergrund, dass es für rund die Hälfte der Schüler die erste Aufführung war, erscheint diese Leistung umso bemerkenswerter. Um es wie das begeisterte Publikum auf den Punkt zu bringen: Bravo!



>Eine zweite Aufführung findet am Sonnabend, 13. Mai, 19.30 Uhr im Theater Itzehoe statt.

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