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Rettungsübung : Brandwunden, Brüche, Herzinfarkt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

47 Azubis zum Rettungsassistenten üben auf dem Hungrigen Wolf. Dabei gab es realitätsnahe Szenarien, die im Trainings-RTW nachgestellt wurden. Auch auf einige Spezialfälle und Komplikationen mussten die Azubis reagieren.

Dramatische Szenen auf dem ehemaligen Heeresfliegerstützpunkt Hungriger Wolf. Bereits am frühen Sonnabendvormittag rückten mehr als 15 Fahrzeuge der Rettungsdienst Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH) an, so dass der dort zum dritten Mal veranstalteten Flächenübung mit einem hohen Maß an logistischem Aufwand nichts mehr im Wege stand.

47 angehende Rettungsassistenten aus den drei Ausbildungsjahrgängen bewiesen unter den kritischen Augen ihrer Trainer, zu denen neben Lehrrettungsassistenten auch Dozenten der Rettungsdienstakademie in Heide gehörten, was sie bisher erlernt haben. An insgesamt 15 Übungsstationen wurde den Azubis dann alles abverlangt. Verbrennungen, Atemnot, Knochenbrüche und Herzinfarkt standen unter anderem auf dem Übungsplan, der zudem auch zahlreiche Komplikationen beinhaltete.

„Hier müssen die Azubis eine Reiterin versorgen, die von ihrem Pferd einen Tritt in den Bauch bekommen hat“, flüstert Jan Meuter, Dozent der Rettungsdienst-Akademie, während Nils-Thorge Glöy als Lehrrettungsassistent jeden Schritt der Rettungsazubis mit höchster Konzentration verfolgt. Unterdessen ahnen die drei Auszubildenden nicht, dass die immer „blasse werdende“, aber noch ansprechbare Frau eine schwere Milzverletzung davongetragen hat. Doch schnell erkennen die Azubis die Ausmaße des Unfalls und wissen, dass nun schnelles Handeln gefragt ist. Andererorts versorgen weitere Azubis einen „vom Himmel“ gefallenen Fallschirmspringer. „Hängetrauma nennt man das“, erklärt Meuter weiter.

Den Höhepunkt der Flächenübung aber bildete der Einsatz in einem der beiden Trainings-Rettungswagen (T-RTW), in dem realitätsnahe Simulationen von präklinischen Notfallsituationen dargestellt werden konnten. Vom Führerhaus aus wird der Simulator von Trainer Sören Meis gesteuert, von einem weiteren Leitstand haben Trainer und Dozenten die Möglichkeit, das Agieren der Azubis über Kameras zu verfolgen. „Das Innere des T-RTW ist mit drei Kameras, zwei Mikrofonen und Lautsprechern ausgestattet, so dass eine lückenlose Aufzeichnung möglich ist“, sagt Jan Meuter, während die Auszubildenden Jan Gardermann, Felicitas Knoche und Jan-Ole Kalina sich um einen Patienten mit Atemnot kümmern.

Dank einer hochmodernen Simulationstechnik kann der „künstliche Patient“, der fast wie ein Mensch reagiert, vom Ausbilder gesteuert werden. „Er kann selbstständig atmen, schwitzen, krampfen und auch Pulse lassen sich ertasten“, beschreibt Meuter die hochmoderne Technik, die gerade den angehenden Assistenten sehr zugute kommt. Haben diese doch die Möglichkeit eine Maskenbeatmung, Intubation oder eine intravenöse Punktion zur Medikamentenverabreichung sowie eine Defibrillation durchzuführen. Wichtig sei es, so die Dozenten, dass die Azubis autark so realitätsnah wie möglich trainieren können. „Die Flächenübung soll durch handlungsorientiertes Lernen die Kompetenzen der Auszubildenden Fördern und festigen“, sagt Organisator Jan Glende und hebt insbesondere den Austausch untereinander hervor. Das nötige Feedback erhielten die angehenden Rettungsassistenten am Ende eines jeden Szenarios von ihrem Trainer, so dass dieses bereits an den weiteren zu durchlaufenden Szenarien bereits umgesetzt werden konnte.

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erstellt am 16.Sep.2013 | 04:58 Uhr

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