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PROZESS : Brandstiftung und Schläge: 23-Jähriger vor Gericht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wegen 19 Taten muss sich ein 23-Jähriger vor dem Landgericht Itzehoe verantworten. Eine davon: Fahrlässige Brandstiftung in einer Pflegeeinrichtung.

In Handschellen, die zusätzlich an einem Bauchgurt fixiert waren, wurde der Angeklagte gestern in den Gerichtssaal am Landgericht Itzehoe geführt. 19 Taten wirft Staatsanwalt Reinhold Neumann dem 23-Jährigen vor, der zurzeit in der forensischen Psychiatrie in Neustadt untergebracht ist. Sie reichen vom Ladendiebstahl bis zur Körperverletzung. In Itzehoe soll sich der Mann am 17. Januar der fahrlässigen Brandstiftung schuldig gemacht haben.

Der gebürtige Niedersachse, der zuletzt in einer Obdachlosenunterkunft in Heide gelebt hat, war damals wegen Eigengefährdung in einer geschlossenen Einrichtung am Langen Peter untergebracht. Trotz Verbots rauchte er auf dem Zimmer. Die glimmende Zigarette legte er auf dem Bett ab und verließ den Raum. Die Matratze fing Feuer, das Zimmer verrußte. Zwei Mitarbeiter erlitten Rauchvergiftungen.

Am gleichen Tag war es laut Anklage zudem zu mehreren Körperverletzungen gekommen. Der Angeklagte soll einem Mitbewohner geschlagen haben, weil der gepetzt hatte, dass der 23-Jährige seine Medizin nicht genommen hatte. Später schlug er auch eine weibliche Pflegekraft.

16 weitere Taten beging der Mann in Heide. Dort warf er unter anderem Flaschen auf Autos, setzte eine Obdachlosenunterkunft unter Wasser, schlug Mitbewohner und beging Ladendiebstahl. Als er in die Itzehoer Psychiatrie gebracht werden sollte, musste der Streifenwagen mehrfach stoppen, weil der Mann nicht aufhörte zu randalieren.

Gestern wurde lediglich die lange Anklage verlesen. Am 20. August werden erste Zeugen gehört. Ein Psychiater aus Neustadt wird als Gutachter über die Gemeingefährlichkeit des Angeklagten urteilen, der von der Itzehoer Anwältin Katja Münzel vertreten wird.

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