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feuerwehr : Brandschutz im Dienst für die Bürger

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wehrführer Lothar Sievers gibt nach 20 Jahren sein Amt an Jens Schakulat ab. „Christian“ und „Xaver“ gut gemeistert.

shz.de von
erstellt am 14.Feb.2014 | 06:00 Uhr

„Weil das Bielenberger Wäldchen wegen irgendwelcher dort lebender Käfer bislang nicht gefällt wurde, passierte am 6. Dezember das, was passieren musste“, resümierte der scheidende Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Blomesche Wildnis während der Jahresversammlung. Die durch „Christian“ und „Xaver“ im Bielenberger Wäldchen verursachten Schäden trieben bei der morgendlichen schweren Sturmflut gefährlich dicht an den Deich. Entsprechend befürchtete man für die zweite am Nachmittag vorhergesagte Sturmflut, dass Baumstämme und dicke Äste für die Menschen hinterm Deich hätten gefährlich werden können. Für etliche Wehren wurde daraufhin „Aufräum-Alarm“ ausgelöst.

„Es kann doch nicht sein, dass auf Kosten der Feuerwehren eingetretene Gefahren eiligst zu beseitigen sind, die bei der längst überfälligen vorherigen Fällung der Bäume gar nicht erst passiert wären“, monierte der Hauptbrandmeister und erinnerte in seinem Jahresbericht an weitere neun im abgelaufenen Jahr notwendige Einsätze für die 42 aktive Mitglieder zählende Feuerwehr.

„Xaver“ habe gezeigt, dass die Feuerwehr für alle Bürger im Einsatz sei, lobte auch Bürgermeister Nils Schilling das Engagement der Brandbekämpfer. Er dankte seiner Feuerwehr für alle geleisteten Einsätze und berichtete im Zusammenhang mit dem im Katzheider Weg auf die Seite gekippten Sattelzug, dass die Gemeinde noch immer mit den finanziellen Nachwehen des Unfalles zu tun habe.

Vertreter des Kreisfeuerwehrverbandes sowie der Amtswehrführung gingen in ihren Grußworten unter anderem auf das leidige Thema des noch immer nicht in greifbare Nähe gerückten Digitalfunks bei den Feuerwehr ein. Die Folge: Weil eine Funkumstellung eigentlich schon lange vom Tisch sein soll, wurden in den vergangenen Jahren keine analogen Funkgeräte mehr angeschafft. „Vorhandene Geräte sind jetzt langsam altersbedingt abgängig. Was also tun?“, fragte sich Amtswehrführer Wolfgang Krause.

Für die Feuerwehr Glückstadt dankte Wehrführer Ties Tießen insbesondere Lothar Sievers. Dieser bestritt nach 20 Jahren seine letzte Jahresversammlung als Wehrführer. „Du warst mir ein guter Berater, was den Umgang mit Feuerwehren im ländlichen Bereich betrifft“, so Tießen. Mit Blick auf den demographischen Wandel und die ständig innerhalb der Feuerwehren wachsende kooperative Zusammenarbeit räumte Tießen ein, dass die Glückstädter Wehr insbesondere bei der Tagesverfügbarkeit nicht so schlagkräftig sei, wie oftmals dargestellt. Insoweit warb er für die bei der Feuerwehr Glückstadt geplante Umstellung der bislang bekannten Feuerwehrfahrzeuge auf ein Wechselladerprinzip. „Ich stelle mir vor, auch die Nachbarwehren an unseren neuen Geräten mit auszubilden und wünsche mir, dass Ihr Lust und Elan habt, diesen Weg mitzugehen“, so der Wehrführer. Hintergrund: Bei dünner Personaldecke könne das Glückstädter Wechselladerfahrzeug zunächst auch mit halber Besatzung ausrücken, weil man wisse, dass qualifiziertes Personal von einer Nachbarwehr bereits auf dem Weg zum Einsatzort ist.

Harmonisch und gut vorbereitet ging es anschließend zum Tagesordnungspunkt Wahlen. 34 wahlberechtigte Ehrenamtler waren aufgerufen, unter anderen ihren neuen Wehrführer zu wählen. Dies wurde mit 33 Ja-Stimmen und einer Enthaltung der in Glückstadt als Elektriker arbeitende Hauptlöschmeister Jens Schakulat (36). Dessen bisheriges Amt als stellvertretender Gruppenführer hat jetzt ebenfalls mit 33 Ja-Stimmen und einer Enthaltung Karsten Schröder inne. Alle anderen Posten wurden mit dem gleichen Stimmenverhältnis in Wiederwahl wie folgt besetzt: Jan Päper (stellvertretender Wehrführer), Jörn Vietheer (Gruppenführer), Arnold Bätjer (stellv. Gruppenführer), Volker Theis (Atemschutzgerätewart), Arnold Bätjer (stellv. Atemschutzgerätewart), Dirk Möller (Kassenwart) und Hauke Steenbock (Schriftführer). Heinz-Herbert Gierau und Karsten Schröder gehören jetzt dem Festausschuss an und die Kasse wird von Dirk Matalewski geprüft.

Albert Busch, zusammen mit seiner Ehefrau Monika Betreiber eines großen Obst- und Gemüsehofladens am Neuendeich, engagiert sich in seiner Freizeit nicht nur ehrenamtlich als Gemeindevertreter in der Kommunalpolitik. Auch in der Freiwilligen Feuerwehr seiner Gemeinde ist der 57-jährige Gärtnermeister aktiv – und dass nun schon seit 40 Jahren. Hierfür wurde der Oberlöschmeister jetzt vom Schleswig-Holsteinischen Innenminister mit dem Brandschutzehrenzeichen in Gold geehrt. Die Auszeichnung nahm Nils Schilling, Bürgermeister der Blomeschen Wildnis, während der Jahresversammlung vor. Mit leichten Schwierigkeiten klappte es doch mit den am Revers des Jubilars anzusteckenden Ehrenzeichen in den seltensten Fällen auf Anhieb. Nach einigem Hin und Her hatte dann auch der erst im vergangenen Jahr zum Bürgermeister gewählte Nils Schilling die erste Feuerwehrauszeichnung seines Lebens absolviert. Geehrt wurden außerdem Jürgen Habke (20 Jahre) sowie Martin Kühn, Benjamin Domski und Sören Domski (10 Jahre). Über eine Beförderung zum Hauptfeuerwehrmann mit drei Sternen konnten sich erfolgreichem Lehrgangsbesuch Martin und Timm Kühn freuen.

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