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Jagdstrecke : Bombenjahr für Kaninchen und Fasan

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Gut besuchte Jahresversammlung der Jäger aus der Region Glückstadt / Starker Anstieg der Population im vergangenen Jahr

von
erstellt am 13.Mär.2015 | 17:00 Uhr

Manchmal überrascht die Natur selbst gestandene Waidleute in ihrem eigenen Revier. So hatte bei der Vorstellung der Streckenzahlen für das Jahr 2014 auf der gemeinsamen Jahresversammlung der Hegeringe 8 (Glückstadt, Krempe und Umgebung) und 9 (Horst, Hohenfelde und Umgebung) keiner der anwesenden Jäger eine wirklich plausible Erklärung für die explosionsartige Vermehrung der Wildkaninchen im vergangenen Jahr – und das ausgerechnet in der Marsch. Dabei wird den Tieren normalerweise eine Vorliebe für sandige, leichte Böden nachgesagt.

Von einem „Super-Rammler“ war daher scherzhaft die Rede, der sich besonders im Bereich der Blomeschen und Engelbrechtschen Wildnis und im Raum Krempe und Krempdorf durchschlagend vermehrt habe. 489 Kaninchen weist der Streckenbericht für die vergangene Saison im Hegering 8 aus. Im Jahr davor waren es nur 64, und im gesamten Kreis Steinburg wurden keine 500 Kaninchen zur Strecke gebracht. Ein Drittel der Tiere kam allerdings nicht durch die Flinten der Jäger zu Tode, sondern wurde Opfer des Straßenverkehrs.

Offenbar haben die Kaninchen im vergangenen Jahr optimale Bedingungen vorgefunden. Da nicht ganz klar ist, was genau zu dem Anstieg geführt hat, wagte der Vorsitzender des Hegerings 8, Bernd Lange, in seinem Bericht keine Prognose, ob der Kaninchen-Boom im kommenden Jahr anhalten wird. Es seien außerdem bereits vereinzelt Hinweise auf Myxomatose, „Kaninchenpest“, aufgetaucht. Eine tödliche Erkrankung, die die Population häufig genau dort stark reduziert, wo sie zuvor besonders dicht war.

Ansonsten hatten Lange und sein Kollege vom Hegering 9, Jens Harder, keine weiteren Überraschungen zu vermelden. Erfreut zeigten sie sich über die Zunahme der Fasane entgegen dem Landestrend in den Revieren beider Hegeringe. Ein „Bombensommer“ sei es 2014 für die Fasane gewesen. Es zeige sich hier aber auch, dass das konsequente Vorgehen gegen Raubwild den Bodenbrütern zu Gute komme, so Lange. Er forderte die versammelten Jäger auf, in dieser Hinsicht nicht nachzulassen, denn auch Füchse, Marderhunde und Dachse hätten sich deutlich vermehrt. Besonders hervorgehoben wurde in dieser Hinsicht das Revier Hohenfelde, das „Vorbildcharakter“ habe. Die dortigen Jäger erhielten von Harder und Lange den „Raubwildpokal“.

Bedauerlich sei dagegen, dass vermehrt weibliche Rehe und Kitze dem Verkehr zum Opfer gefallen seien. „Das gab es so früher nicht“, sagte Lange. Hier zeige sich, dass die Tiere immer weniger sichere Rückzugsräume zur Verfügung hätten und daher mehr unterwegs seien – mit einem höheren Risiko überfahren zu werden, so Lange.

Neben Organisatorischem kamen auf der Versammlung unter anderem auch zwei landespolitische Themen zur Sprache, die auch die Kreisversammlung der Jäger am 17. April in Wilster beschäftigen dürften: Mit Sorge betrachten die Jäger die geplante Gesetzesänderung beim Betretungsrecht landwirtschaftlicher Flächen. Auch die weitere Entwicklung im Bereich der „befriedeten Bezirke“ wird skeptisch gesehen. „Das wird spannend, ob das alles so kommt, wie es im Gespräch ist“, sagte Jens Harder. „Wenn ja, würde das uns Jäger hart treffen.“

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