Polizei : Bombenalarm: Supermarkt gesperrt

Fund in der Erde: Die Polizei sperrte die Tal- und die Jahnstraße, gefunden wurde eine fußballgroße Eisenkugel – und keine Bombe.
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Fund in der Erde: Die Polizei sperrte die Tal- und die Jahnstraße, gefunden wurde eine fußballgroße Eisenkugel – und keine Bombe.

Polizei riegelt Straßen ab und Anwohner fordern Notzufahrten und Rettungswege zum Kratt.

Kay Müller von
28. November 2014, 05:00 Uhr

Itzehoe | Nichts ging mehr gestern früh um 9.16 Uhr an der Kaiserstraße: Die Polizei rückte mit mehreren Streifenwagen an, sperrte die Talstraße und die Jahnstraße ab. Mitarbeiter und Kunden des Supermarktes mussten evakuiert werden. Ein Baggerfahrer hatte bei Arbeiten einen verdächtigen metallischen Gegenstand entdeckt und die Beamten informiert. Die Polizisten vermuteten eine Bombe, alarmierten den Kampfmittelräumdienst in Groß Nordsee (Kreis Rendsburg-Eckernförde), der sich sofort auf den Weg nach Itzehoe machte, dann aber Entwarnung geben konnte. Laut Polizeisprecher Hermann Schwichtenberg handelte es sich um eine verrostete Eisenkugel mit Griff. Wie sie in die Erde gekommen ist, ist unklar. „Der Alarm war trotzdem richtig, weil die Alliierten in dieser Gegend 1945 noch Bomben abgeworfen haben. Und vor Jahren hat ein Baggerfahrer schon einmal einen Sprengkörper freigelegt“, so Schwichtenberg. Nach zwei Stunden hob die Polizei die Sperrung wieder auf.

Die erzürnte allerdings einige Anwohner im Kratt, die ihr Wohngebiet verlassen wollten. „Zeitweise standen zehn Autos in einer Reihe und warteten, dass sie in die Stadt weiter fahren konnten“, sagte Anwohnerin Gesche Meyer-Stäcker. „Allein fünf Leute hatten Termine beim Arzt.“ Sie fordert gemeinsam mit weiteren Anwohnern eine zweite Zufahrt zum Kratt – entsprechende Notwege etwa über den Spökelweg seien nicht passierbar, weil sie mit Findlingen versehen seien. „Wir kommen hier im Notfall nicht raus.“

Prompt schrieb sie gestern eine E-Mail an Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen. Darin fordert sie ihn auf, die Erfahrungen aus der gestrigen Sperrungen bei seinen Überlegungen zur Gestaltung des Neubaugebiets im Eichtal zu berücksichtigen.

Koeppen versprach genau das gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. „Wir werden alle Alternativen durchprüfen – auch die eines neuen Zuweges zum Kratt“, so der Bürgermeister.

Schon seit Monaten gibt es Konflikte um das geplante Neubaugebiet im Eichtal. Die Bewohner fürchten, dass Baufahrzeuge durch das Kratt rollen könnten, wenn im Eichtal 38 neue Baugrundstücke geschaffen werden. In einem offenen Brief an die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses haben die Anwohner bereits einen sofortigen Stopp der Planungen für die Erschließung des Baugebiets über die Jahn-, Bach- und die Waldstraße gefordert. Sie seien nicht gegen das Baugebiet, sagt Meyer-Stäcker, aber es müssten bestimmte Voraussetzungen stimmen.

Noch sei nichts entschieden, sagt Koeppen. „Wir werden die Frage mit allen Fraktionen und den Anwohnern gemeinsam diskutieren, um zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen. Auch das Thema Notzufahrten und Rettungswege wird in einer Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses thematisiert“, so der Bürgermeister. Wie das am Ende ausgehe, sei noch völlig unklar. Koeppen: „Das weiß ich selber noch nicht.“

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