Itzehoer kanalsanierung : Bohrung durch den Untergrund

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Der erste Bauabschnitt der Kanalsanierung in der Itzehoer Viktoriastraße steht vor dem Abschluss.

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21. Juni 2018, 05:00 Uhr

Der kniffligste Punkt liegt direkt unter Kreuzung Viktoria- und Kirchenstraße. „Dort sind die Fundamente des alten Kanalisationsschachts“, erklärt Annett Hagner, Bauleiterin der Stadtentwässerung für die Sanierung der Regen- und Schmutzwasserkanäle entlang der Viktoriastraße.

Die alten Fundamente sollte der Bohrkopf möglichst nicht treffen. „Wie es ganz genau im Untergrund aussieht, ist nicht ganz klar. Da sind die alten Pläne nicht ganz eindeutig“, sagt Hagner. Doch der Spezialbohrer einer Firma aus Neuruppin schiebt das Bohrgestänge ohne Probleme von seinem Standort vor dem Kreismuseum unterirdisch rüber zum Parkhaus am ZOB.

„Die eigentliche neue Leitung wird dann aus der anderen Richtung am Rohrgestänge eingezogen“, sagt Hagner. 150 Millimeter Durchmesser hat die neue Schmutzwasserleitung. Genug um künftig das Regenwasser von Parkhaus und Theaterverwaltung zum Hauptkanal unter der Viktoriastraße abzuleiten. Vorteil der Bauweise mit dem Spezialbohrer, der diese Woche auf der Großbaustelle im Einsatz war: Es werden nur kleinere Baugruben benötigt. Nicht die ganze Straße muss aufgerissen werden. Noch kostengünstiger und unproblematischer ist das sogenannte Inliner-Verfahren, bei dem eine neue Leitung in die alten Rohre eingebracht wird. „Das war an dieser Stelle aber nicht möglich“, erklärt Hagner. „Die alte Leitung hatte zu viele Verwerfungen.“ Sie verlief quasi im Zickzack. Auch in der neuen Leitung hätten sich deshalb Absätze gebildet. Ablagerungen wären die Folge gewesen.

An anderer Stelle konnten die alten Kanäle aber saniert werden, berichtet Hagner. Gerade bei Hausanschlüssen versuche die Stadtentwässerung immer auf dieses Verfahren zurückzugreifen – auch weil es für die Anlieger günstiger ist.

Insgesamt kommen die Bauarbeiten gut voran, sagt die Bauleiterin. In etwa zwei Wochen seien die Arbeiten im ersten Bauabschnitt abgeschlossen. Zwei weitere folgen bis voraussichtlich Mitte August. Als nächstes wird dann ab Anfang Juli zwischen der Einmündung Poststraße und dem Medizinischen Versorgungszentrum gebaut.

Für Autofahrer wird es dann etwas komplizierter: Für den innenstadtnahen Bereich der Viktoriastraße inklusive des Parkhauses ist dann eine Zufahrt über die Straße An der Post möglich. Wieder verlassen werden die Autos das Gebiet über die Breite Straße Richtung Berliner Platz. „Ich erwarte, dass wir im zweiten Abschnitt zügig vorankommen“, sagt Hagner. Grundsätzlich geht die Stadtentwässerung von 20 bis 40 Tagen Bauzeit pro Abschnitt aus. Insgesamt werden rund 500 Meter Schmutz- und Regenwasserkanäle im Bereich Viktoriastraße erneuert. Die alten Leitungen waren marode.

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