Itzehoer Baugebiet : Böse Überraschungen im Eichtal?

Rehbock vor verlassener Laube: Die Natur erobere das ehemalige Kleingartenanlage im Eichtal zurück, sagen die Gegner eines Baugebiets.
Rehbock vor verlassener Laube: Die Natur erobere das ehemalige Kleingartenanlage im Eichtal zurück, sagen die Gegner eines Baugebiets.

Unternehmer warnt vor einem Baugebiet auf Teilen der Kleingartenanlage. Die Stadt kündigt weitergehende Bodenuntersuchungen an.

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11. Juni 2018, 05:00 Uhr

Der Stadt drohe „ein finanzielles Fiasko“, ist sich Peter Ott sicher. Der Bauunternehmer aus der Talstraße warnt seit Monaten vor dem Versuch, auf Teilen der Kleingartenanlage Eichtal ein Baugebiet zu errichten. Im Boden lauern böse Überraschungen, prophezeit Ott. „In früheren Zeiten hatten nur sehr wenige Menschen Sinn für Umweltschutz.“ Er wisse aus eigener Erfahrung als Kind, dass Müll in den Gärten vergraben und mit Giften leichtfertig umgegangen wurde, sagt er. „Heute längst verbotene Stoffe wie PCP, Lindan oder E605 wurden dort zahlreich eingesetzt.“ Es drohten entweder horrende Kosten für eine Bodensanierung oder massive Regressansprüche von etwaigen Bauherren, wenn Altlasten erst spät aufgedeckt werden.

Ott hat zudem Zweifel an der Tragfähigkeit des Bodens im geplanten Baugebiet. Nach seinen Recherchen könnte die Kleingartenanlage teilweise auf verfüllten Tongruben errichtet worden sein. „Wenn dem so ist, wäre der Boden nicht tragfähig im Sinne einer Wohnbebauung.“ Angesichts dieser Risiken seien die bisher eingeplanten Kosten für das Baugebiet viel zu niedrig.

Otts Bedenken werden in der Politik ernst genommen. „Ich befürchte ein Fass ohne Boden“, sagt Karl-Heinz Zander, Fraktionschef der Grünen in der Ratsversammlung. Seine Partei, die das geplante Baugebiet mit bis zu 100 Einfamilienhäusern ablehnt, werde auf detaillierte Bodenuntersuchungen dringen und bei den Ergebnissen „sehr genau hinschauen“, so Zander.

„Es werden jetzt verstärkt Untersuchungen im Hinblick auf die Bodenhygiene und den Baugrund vorgenommen“, sagt Stadtsprecher Frank Simon. Hintergrund seien „verschiedene Funde“, die im Rahmen der Herstellung der Verkehrssicherheit im Winter auf dem Gelände gemacht wurden. „Sollten dabei besondere Feststellungen getroffen werden, erfolgen weitere Detailuntersuchungen“, erklärt Simon. Eine grundsätzliche Baugrunduntersuchung finde im Übrigen bei jeder Bebauung statt und wäre nach der erforderlichen Freiräumung des Geländes auf jeden Fall erfolgt. Die Stadt reagiere damit auch auf vermehrte Hinweise auf mögliche Altlasten im Boden aus der Bevölkerung, so Simon, obwohl das Gelände von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreise nicht „Verdachtsfläche“ eingeschätzt wurde.

„Bestätigt sich der Verdacht hinter den Hinweisen, seien die Ergebnisse zu bewerten und gegebenenfalls Maßnahmen zur Gefahrenabwehr zu prüfen, sagt der Stadtsprecher.

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