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Hubschraubereinsatz : Böiger Wind erschwert Montage

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Arbeiten an der Radaranlage auf der Rhinplate sind keine leichte Aufgabe – vor allem nicht bei böigem Wind und in 30 Metern Höhe.

Es schneite, es wehte, die Sonne schien zwischendurch: Die Männer auf der Radaranlage auf der Rhinplate hatten es gestern nicht leicht mit ihrer Arbeit. Sie mussten die neue Antennenanlage montieren. 15 Millionen Euro investiert das Wasser- und Schifffahrtsamt in neue Radaranlagen an der Küste, die für den Schiffsverkehr benötigt werden.

Alleine 350  000 Euro kostet die auf der Rhinplate. Diese Angaben machte Jürgen Behm vom Wasser- und Schifffahrtsamt Hamburg (WSA) gestern. „Ausgewechselt werden die Antenne und die Technik. Die alte Anlage wird in 30 Metern Höhe erneuert.“ Die kompletten Arbeiten auf der Rhinplate dauern insgesamt zwei Wochen.

Als Fachmann für den Transport hatte sich das WSA Torben Koopmann geholt. Und der 37-Jährige musste gestern Millimeterarbeit leisten. Denn er flog den Hubschrauber, mit dem die neuen Teile von der Südermole aus auf die Insel geflogen wurden. „Der Wind ist zu böig“, sagte der Hubschrauber-Pilot während einer kurzen Pause. Koopmann hatte gerade den Fuß der Radaranlage herübergeflogen, den die Männer auf der Anlage in luftiger Höhe sauber machten und festschraubten.

Das Wetter war für ihn „nicht perfekt“. Zum einen musste er aufpassen, dass sich die Teile nicht statisch aufluden – weil sie von den Männer direkt auf der Rhinplate in Empfang genommen wurden. Zum anderen musste er beim Anfliegen der Radaranlage wegen des Windes das Objekt anders heranfliegen als geplant. „Ich musste sehr genau arbeiten.“ Zwei Mitarbeiter der Sommerländer Firma Koopmann waren vor Ort auf der Antenne und wiesen ihn über Funk ein. „Sie haben mich genau dirigiert.“ Die Teile waren schwer: Alleine die 6,56 Meter lange Radarantenne wog 150 Kilogramm, das Getriebe 180 Kilogramm. Die Pause an der Mole war zugig, der Wind pfiff Koopmann um die Ohren. Er freute sich schon darauf, wieder im Helikopter zu sitzen. „Da drinnen gibt es eine Heizung.“

Währenddessen ging die Reparatur reibungslos vonstatten. Acht Männer waren auf der Anlage: Vier vom WSA, zwei von der Firma Koopmann und zwei von der Firma Cassidian.

Ein Problem hatte das Wasser- und Schifffahrtsamt: Während der Arbeiten musste ein Schiff vor Anker liegen – für den Fall eines Unfalles. Doch in der Zeit als Koopmann den Helikopter flog, hatte das WSA-Schiff „Steindeich“ eine Leckage und lief voll Wasser. Die Glückstädter Feuerwehr leistete Hilfe mit ihrem Boot und auch die Wasserschutzpolizei kam. Zudem half „Glückstadt Ports“ unbürokratisch und unterbrach Löscharbeiten an der Kaimauer, um die „Steindeich“ mit dem großen Kran an Land zu hieven. Als Ersatz schickte das WSA dann ein Schiff, das in der Krückau lag. Die Arbeiten am Radarturm waren davon unberührt, sie gingen wie geplant weiter.

Laut Jürgen Behm tauscht das WSA entlang der Deutschen Küste einen Großteil ihrer Radarsensoren zur Modernisierung der Technik aus. „Dazu zählen auch die für die Überwachung des Schiffsverkehrs und zur Radarberatung auf der Elbe von Cuxhaven bis Wedel genutzten Anlagen.“ Acht Radarsensoren sind seit 1994 in Betrieb. Deren Videoinformationen werden in den Verkehrszentralen Cuxhaven und Brunsbüttel (Elbe Traffic) auf den Bildschirmen dargestellt und verarbeitet.


Auch weitere Standorte bekommen die neue Technik


„Da diese Sensoren rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr im Einsatz sind, stellt die Umsetzung eine besondere Herausforderung dar“, erklärte Jürgen Behm. Deshalb werden die Standorte nicht zeitgleich mit neuer Technik ausgestattet, sondern zeitlich versetzt umgerüstet. „Es muss dabei jederzeit sichergestellt werden, dass der nautische Betrieb in den Verkehrszentralen nicht zu stark beeinträchtigt wird.“ Einige der Radarstationen sind per Kran repariert worden. Im Fall der Rhinplate war dies nicht möglich, deshalb kam der Helikopter zum Einsatz.

Brehm: „Pro Standort werden einschließlich sämtlicher Konfigurationsarbeiten etwa 14 Tage benötigt.“ Bereits umgerüstet seien an der Unterelbe die Radar-Standorte Cuxhaven, Freiburg, Brunsbüttel, Hetlingen, Pagensand und Wedel. „Die Arbeiten am Standort Rhinplate sind noch nicht beendet.“

Betrieben und betreut werden die Radaranlagen in Wedel, Hetlingen (im Strommast), Pagensand, Rhinplate und Brunsbüttel von Mitarbeitern des Wasser- und Schifffahrtsamtes Hamburg. „Vor Ort werden diese Arbeiten von den Mitarbeitern der Fachgruppe Nachrichtentechnik und überregional von der Bündelungsstelle Maritime Verkehrstechnik wahrgenommen.“

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erstellt am 25.Feb.2016 | 17:07 Uhr

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