Benefizkonzert : Blues, Klassik und Rock für Philippinen

Der Phillipiner Jeffrey Carado organisiert ein Benefizfestival für die Taifun-Opfer.
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Der Phillipiner Jeffrey Carado organisiert ein Benefizfestival für die Taifun-Opfer.

Timbo und Band, Julie und Störphonie spielen für den guten Zweck: Sonnabend findet ein Benefizfestival in Hohenlockstedt statt.

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28. November 2013, 17:01 Uhr

„Da kann man nicht einfach zusehen“, sagt Jeffrey Cardoso aus Itzehoe. Der Philippiner wird in diesen Tagen ständig mit Bildern von Überflutung, Verwüstung und menschlichem Leid aus seiner Heimat konfrontiert. Der Taifun hat aus dem zweistöckigen Wohnhaus seines guten Freundes in der Stadt Tacloban eine Ruine gemacht. Wo das Wohnzimmer war, lägen die Trümmer. „Als das Wasser kam, sind die Fenster zerborsten“, so habe ihm sein Freund am Telefon berichtet, erzählt Carado.

Von zwei befreundeten Kindern weiß er, dass sie nur überlebten, weil sie sich beim aufkommenden Sturm an einer Bananenstaude festklammerten. Und eine philippinische Freundin aus Stade bangte zwei Wochen lang um ihre Familie, bis sie jetzt endlich ein Lebenszeichen erhielt.

„Die Philippinen wurden von dem außergewöhnlich starken Taifun überrascht“, weiß der 38-Jährige aus Manila, der mit einer Itzehoerin verheiratet ist und seit 14 Jahren in Deutschland lebt. Nun möchte er von hier aus die Initiative ergreifen und Geld für die Versorgung in seinem Heimatland sammeln. Weil er selbst Gitarre spielt und seine beiden Kinder am Kulturhof Geige, Klavier und Schlagzeug lernen, weiß er: Musik verbindet und überwindet Grenzen. Was liegt also näher, als die Musik in den Dienst des guten Zwecks zu stellen und ein Benefizfestival mit unterschiedlichen Künstlern zu veranstalten.

„Die Firma Pohl-Boskamp hat spontan ihre Kartoffelhalle dafür zur Verfügung gestellt“, berichtet Carado, der die Veranstaltung zusammen mit Johanna Zanner, der Dirigentin der Störphonie, organisiert. Erste Zusagen von renommierten Gruppen bekamen die beiden schnell: Folk und Blues, Ballade und Gospel präsentiert die Gruppe Guitavo, die ihren Stil selbst „acoustic folk ’n’ soul“ nennt. Poppig wird es mit der Sängerin Julie aus Hamburg. Für klassische Klänge wird das Itzehoer Orchester Störphonie sorgen. Und für den Auftritt als Hauptband sagten die Itzehoer Timbo und Band zu. Auch die Magic Spoons werden dabei sein. Die vier Musiker präsentieren Blues, Rock und Pop verschiedener Jahrzehnte.

Natürlich soll an dem Abend selbst daran erinnert werden, worum es eigentlich geht. In Interviews und Videobeiträgen sollen Betroffene zu Wort kommen, die von der Situation auf den Phillipinen berichten. „Und ich werde die Geschichte meines Freundes erzählen“, kündigt Jeffrey Carado an. Somit werden alle Spenden – der Eintritt ist frei – direkt in Hilfe für die Philippinen investiert. Genauer gesagt in Wasser, Lebensmittel und Medizin. „Die Versorgung der Menschen ist im Moment am wichtigsten“, weiß Jeffrey Carado. Der Wiederaufbau sei erstmal zweitrangig.

Konkret sollen die Spenden an zwei Organisationen in der Region um Tacloban gehen. Sie arbeiten an dem Projekt „aus Trümmern zum Eckstein“. Ziel ist zunächst 14 000 Euro zusammenzubekommen, um die Versorgung der Menschen in einem Dorf für zwei Monate sicherzustellen. Der Itzehoer Verein zur Pflege von Haus- und Kammermusik und Musikerziehung leitet die Spendengelder weiter.

>Das Benefizfestival findet Sonnabend, 30. November, 18.30 Uhr in der Kartoffelhalle Hohenlockstedt statt.

>Spenden werden vor Ort gesammelt oder können überwiesen werden an den Verein zur Pflege von Haus- und Kammermusik und Musikerziehung, Konto: 80 66 151, Commerzbank Itzehoe, BLZ 222 400 73, Stichwort: haiyanhilfe. Eine Spendenquittung wird auf Wunsch ausgestellt.

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