Weihnachtssterne in Glückstadt : Blühende Pracht zu Weihnachten

Experte für Weihnachtssterne:  Wolfgang Piening.
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Experte für Weihnachtssterne: Wolfgang Piening.

Etwa 80 Prozent der in Glückstadt verkauften Weihnachtssterne kommen aus der Region. Spätestens Anfang Januar sind sie allerdings ein Ladenhüter.

Chöre proben stundenlang Weihnachtslieder. Kreative basteln festliche Dekoration. Helfer bringen Beleuchtung an oder planen Weihnachtsfeiern bis ins letzte Detail. Es gibt viele Bürger, die mit ihrem Einsatz auf das Fest der Liebe einstimmen. Unsere Zeitung stellt Menschen vor, die den Steinburger und Dithmarscher Advent schöner machen. Heute: Weihnachtssterne von Wolfgang Piening.

Zu einem deutschen Weihnachtsfest gehören Tannenbaum, Weihnachtsmann, Engel – und Weihnachtssterne. Eigentlich stammt das auffällige Gewächs aus dem warmen Süden, doch längst hat es sich seinen Stammplatz in unzähligen deutschen Wohnzimmern erobert. Etwa 80 Prozent der Weihnachtssterne kommen aus der Region. Meist sind sie klassisch dunkelrot. Wobei auch andersfarbige Pflanzen zu haben sind. Und sogar zweifarbige Sterne gibt es.

„Die Nachfrage ist groß“, versichert Wolfgang Piening aus der Glückstädter Blumen-Werkstatt mit Sitz in der Schmiedestraße 6. Auch auf dem Wochenmarkt ist Piening vertreten – schon kurz nach 8 Uhr findet der erste Weihnachtsstern eine Kundin. Bis 12 Uhr sind 15 Stück verkauft, acht größere in Rot, sieben kleinere in Weiß. Piening bezieht seine Sterne über den Großhandel, der sie wiederum in Bad Segeberg einkauft. „In Glückstadt züchtet niemand selbst“, sagt er.

Mitte/Ende November beginne die Hochzeit der Weihnachtssterne, die es gern warm haben. „Unter acht, neun Grad verkaufen wir nur im Laden und nicht hier auf dem Markt“, so Piening. Wobei es auch Sorten gebe, die mit niedrigen Temperaturen umgehen können, wie Stefan Hennings von „Blumen am Fleth“ anmerkt. „Um den ersten Advent verkaufen wir am meisten Weihnachtssterne“, verrät er. Zu Heiligabend sei es dann schlagartig vorbei mit der Nachfrage. Spätestens Anfang Januar sei der Stern ein Ladenhüter, bestätigt Piening. Dann beginne schon langsam die Zeit der Tulpen.

Doch noch ist der Weihnachtsstern ein „Renner“. Rund 110 Millionen Euro gaben die Deutschen im vergangenen Jahr für die Sterne aus. In Schleswig-Holstein werden über 530.000 Pflanzen pro Jahr produziert. Mit einem Marktanteil von elf Prozent belegt der Weihnachtsstern im Ranking der blühenden Zimmerpflanzen damit Platz zwei. Überflügelt wird er lediglich von der Orchidee, deren Marktanteil bei 30 Prozent liegt.

„Die Sterne mögen eher wenig Wasser“, erklärt Pienung. Oft würden sie übergossen. Bedeutendster Schädling für die Pflanze ist die weiße Fliege, die an den Blattunterseiten saugt. Auch Trauermückenlarven und Spinnmilben können den Sternen das Leben schwer machen. Doch meist blühen die Pflanzen knallrot die gesamte Adventszeit hindurch. Wobei rot nicht die Blüten sind, sondern die oberen Blätter. „Die Pflanzen müssen dafür ab August/September dunkel gehalten werden, sonst prägt sich die Farbe nicht so doll aus“, erklärt Hennings.

Apropos blühen: Den meisten Weihnachssternen blüht zwischen Heiligabend und Silvester ein unsanftes Ende. Sie landen nach den Feiertagen im Müll. Damit die Sterne länger leben, muss vor allem ihre Kälteempfindlichkeit beachtet werden. „Ursprungsland ist Mexiko“, weiß Hennings. Ganz so heiß wie in der Heimat brauchen es die Weihnachtssterne bei uns zwar nicht, aber Frost macht fast allen Sorgen den Garaus. Und wer die Sterne ab und an nach der Blüte abdeckt, der hat gute Chancen, dass sie erneut in den kräftigsten Farben erstrahlen. Zu guter Letzt noch zwei kleine Tipps von Fachmann Henings: Weihnachtssterne mögen keine Zugluft. Und sie sehen auch als aufgebundene Sträuße sehr schön aus.

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