Schauspielerin Kim-Sarah Brandts aus Glückstadt : Blonder Wirbelwind

Die Schauspielerin Kim-Sarah Brandts wohnt inzwischen in Hamburg.
Die Schauspielerin Kim-Sarah Brandts wohnt inzwischen in Hamburg.

Am Sonntag spielt Kim-Sarah Brandts aus Glückstadt in einer Rosamunde-Pilcher-Verfilmung des ZDF mit.

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04. Januar 2018, 05:03 Uhr

Blonde Haare, blaue Augen, freundliches Lächeln – Rollen wie die brave Tochter oder die sympathische Partnerin sind Kim-Sarah Brandts wie auf den Leib geschneidert. Die Romanzen-Serien „St. Angela“ und „Rote Rosen“ verhalfen der aus Glückstadt stammenden Schauspielerin und Synchronsprecherin zum Erfolg. Am Sonntag, 7. Januar, ist die 34-Jährige zum zweiten Mal in einer Rosamunde-Pilcher-Verfilmung zu sehen – als Opfer eines tragischen Unfalls.

Brandts wuchs in Glückstadt auf, wo sie bis heute regelmäßig ihre Familie besucht. Mit 18 Jahren zog sie zu ihrem damaligen Freund nach Itzehoe und hat noch immer viele Freunde in der Kreisstadt. Damals bekam sie ihre erste große Rolle in der ARD-Serie „St. Angela“, in der sie bis 2004 die Krankenpflegerin Jule spielte. Wenig später wurde sie für die Seifenoper „Rote Rosen“ engagiert, in der sie – wieder als Jule – bis 2016 regelmäßig zu sehen war. Zwischendurch wirkte Brandts, die inzwischen mit ihrem Freund in Hamburg lebt, in vielen anderen Produktionen mit, darunter „Das Traumschiff“ und „In aller Freundschaft. Die jungen Ärzte“, aber auch in regionalen Formate wie „Morden im Norden“.

Ihre aktuelle Rolle als Eve Turner in dem Rosamunde-Pilcher-Streifen „Geerbtes Glück“ war gleich mehrfache Herausforderung. In einer Familiengeschichte, die in der südenglischen Grafschaft Cornwall gedreht wurde, spielt Brandts die Schwester der Hauptperson, die in einen schrecklichen Autounfall verwickelt ist. Weil sie in einigen Szenen am Steuer eines Autos sitzt, musste sie zunächst das Fahren im Linksverkehr üben. „Dann noch zu telefonieren, den richtigen Text zu sprechen und in der Rolle zu bleiben, war ganz schön schwierig.“

Zudem liegt sie in weiten Teilen des Films als Schwerverletzte im Bett. Als sie sich selbst auf Bildern gesehen habe, sei das ganz schön beängstigend gewesen. „Wenn meine Eltern und meine Omi das sehen, schlucken die bestimmt auch erst mal.“ Dennoch sei nach fünfwöchiger Arbeit ein toller Film dabei herausgekommen: „Es geht um ein Unglück, das die Familie wieder zusammenbringt. Das ist ja häufig auch im realen Leben so.“

Schauspielerin zu werden, war von Kindesbeinen an ein Traum der Steinburgerin. Die Frohnatur mag die Hektik am Set und die stets neuen Situationen, auf die sie sich einlassen muss. „Bei den unterschiedlichen Rollen lerne ich viel über mich selbst.“ Zickenterror und anstrengende Kollegen kennt sie nur aus Erzählungen. Die Zusammenarbeit mit anderen Schauspielern sei bislang immer reibungslos verlaufen, sagt Brandts. Bei „Rote Rosen“ sei sie mit Gerry Hungbauer und Brigitte Antonius schon ein eingespieltes Team gewesen. „Wir haben uns zwar gegenseitig geneckt, aber nie rumgezickt.“

Illusionen über das Schauspielerdasein hatte die bodenständige Norddeutsche nie: „Manche denken, wenn man erst mal eine tolle Rolle hatte, wird man berühmt und reich. Aber mir war von Anfang an klar, dass das so nicht funktioniert.“ Auch heute lebt die Wahl-Hamburgerin nicht ausschließlich von der Schauspielerei, sondern arbeitet nebenbei auch in der Online-Redaktion eines Fernsehsenders. Mit über 30 begann sie zusätzlich zu ihren Jobs noch ein Studium im Fach „Medien und Information“, das sie im August 2017 mit dem Bachelor abschloss. „Man darf nicht aufhören, an sich zu arbeiten“, begründet sie. Still sitzen mag Brandts, die gern und viel redet, überhaupt nicht. Medien bezeichneten sie einmal als „blonder Wirbelwind.“

Wenn Brandts daher meist die Rollen der selbstbewussten, aber charmanten Partnerin oder Tochter spielt, passt das durchaus zu ihrem Charakter. Allerdings mag sie es, hin und wieder aus der Reihe zu tanzen. Eine ihrer Lieblingsrollen war die einer hinterhältigen Direktorin in „Hand aufs Herz“, einer Telenovela auf Sat1. „Das war nicht eine der lieben Rollen, die ich sonst meist spiele. Aber gerade deshalb habe ich sie besonders gemocht.“ Brandts Traum für ihre Zukunft entspricht daher ganz und gar nicht dem Seifenoper-Klischee: „Ich würde gerne einmal so eine richtig fiese Rolle spielen“, sagt sie und schiebt nach kurzem Nachdenken hinterher: „Die Leute würden staunen, wenn sie mich mal als Drogenabhängige sehen könnten.“

Auch dann müssten Mama und Omi wahrscheinlich kräftig schlucken. Die sitzen nämlich regelmäßig vor dem Fernseher, wenn Kim-Sarah Brandts mal wieder zu sehen ist. Die Reaktionen der beiden fielen meistens positiv aus, so die Schauspielerin. Ihre größten Kritiker seien ihre vier Geschwister: „Die sind da wesentlich ehrlicher.“


>„Rosamunde Pilcher: Geerbtes Glück“ wird am Sonntag, 7. Januar, 20.15 Uhr, im ZDF ausgestrahlt.


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