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Workshop : Blockflötentag: „Anstrengend, aber toll“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Blockflöte lebt – das zeigten gut 100 Interessierte beim Itzehoer Blockflötentag.

shz.de von
erstellt am 22.Sep.2014 | 17:00 Uhr

Die Blockflöte steckt in der Krise. Sagt der Landesverband der Musikschulen. Klavier, Gitarre, Geige und wohl bald auch das Schlagzeug laufen ihr den Rang ab. Über den Kalauer „Die Blockflöte pfeift aus dem letzten Loch“ lacht an den Musikschulen kaum noch jemand. Aber die angeblich „uncoole“ Blockflöte lebt. St. Laurentii-Kantorin Dörte Landmesser hatte zum 1. Itzehoer Blockflötentag geladen. Und fast ohne Reklame, nur durch die Ansprache der Kantorenkollegen in den Gemeinden des Kirchenkreises, folgten ihrer Initiative gut 100 Interessierte.

Niels Wehrmann (75) ist mit dem Blockflöten-Ensemble aus Glückstadt angereist. Er spiele die Flöte „aus Überzeugung“. Markant fasst er den Probentag zusammen: „Konzentriert, konstruktiv, musikalisch!“ Die beiden Konzertflötistinnen Nóra Kiszty und Anabel Röser, die die Proben zunächst in St. Ansgar, dann in St. Laurentii leiten, geben das Lob an alle Workshop-Beteiligten zurück. Man sei an diesem Tag klanglich zusammengewachsen, die geprobten Stücke entwickelten einen guten Klang.

Das bestätigt auch die Kielerin Annette Hamann. Sie spielt die Sopran-, Alt-, Tenor- und Bassflöte in drei Chören, die die Dirigentinnen im Altarraum und den Seitenemporen von St. Laurentii verteilt haben. Sie lobt Idee, Durchführung und Ergebnis: „Toll!“

Auch zwei sehr junge Leute mischen mit. Josefine Reimer (14, Kremperheide, Tenorflöte) und Marie Sophie Hutner (13, Itzehoe, Altflöte) finden es „anstrengend, aber toll“. Ihnen gefalle besonders das Zusammenspiel.

Die Schlussprobe vor dem Konzert veranschaulicht die kreative Workshop-Atmosphäre. Da fehlen Stühle, Notenständer fallen um, sogar eine Flöte purzelt durch den Altarraum. Nóra Kiszty, ihre Flöte lässig in die Gesäßtasche gesteckt, wuselt durch die Menge und gibt letzte Hinweise. Als Anabel Röser als Dirigentin die Arme hebt, reicht das als Aufmerksamkeitszeichen. Gleich der erste Einsatz klappt. Erst nach einer längeren Passage winkt sie ab, gibt einen spieltechnischen Hinweis. Das Riesenensemble versteht sofort und setzt den Tipp um. Die Konzentration aller Mitwirkenden ist bemerkenswert. Alle haben ihre Instrumente im Griff.

Das Programm mit Werken von Prätorius, Gabrieli, Viadana und Altenburg - vier-, sechs-, acht- und zwölfstimmig – wurde als krönender Abschluss anschließend im Konzert präsentiert.

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