Tolle Schiiffe : Blick hinter die Kulissen

Familienbetrieb (v.l.): Reimer Ohlfest mit Enkel Nicholas und Tochter Claudia.
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Familienbetrieb (v.l.): Reimer Ohlfest mit Enkel Nicholas und Tochter Claudia.

Maritime Oldtimer sowie Zollboot locken viele Besucher an Bord.

shz.de von
16. Juni 2014, 05:00 Uhr

„Ich bin der Steuermann“ – der vierjährige Tim fühlte sich sichtlich wohl auf der Brücke des Zollbootes Glückstadt. Gemeinsam mit Schwester Clara (6) war Tim extra aus Nürnberg in die Elbestadt gereist. „Ich bin in Glückstadt geboren und komme immer gern zur Eröffnung der Matjeswochen her. Es gibt ja so viel zu gucken für die Kinder“, sagte Vater Holger Schubert. Wie die Schuberts nutzten tausende Besucher die Möglichkeit am Wochenende bei der Open-Ship-Meile im Binnenhafen zahlreiche Schiffe zu besichtigen.

Viel Betrieb gab es auf dem ältesten Segler der Meile, dem historischen Zollkreuzer Rigmor. Fördervereinsmitglied Claus Beeck: „Es läuft richtig gut. Sehr viele Menschen interessieren sich für unsere Touren und die Geschichte der Rigmor.“

Erstmals bei den Matjeswochen dabei war der Salondampfer Alexandra aus Flensburg. Restaurantleiterin Heidi Breuer zeigte sich ausgesprochen zufrieden: „Die Atmosphäre hier ist toll. Das Wetter ist genau richtig und wir haben sehr viele nette Gäste an Bord begrüßen können.“

Direkt nebenan auf dem Traditionsschlepper Flensburg war bei Live-Musik und gutem Essen ebenfalls viel Stimmung. Bei Stammgästen und Besatzungsmitgliedern war aber auch eine Spur Wehmut zu spüren, denn der Schlepper verlässt Glückstadt am kommenden Freitag Richtung Flensburg, wo er im historischen Hafen eine neue Heimat bekommt. „Etliche Freunde der Flensburg sind gekommen, um Abschied zu nehmen. Das ist ganz toll, dass der harte Kern nochmal zusammenkommt“, sagt Reimer Ohlfest, der mit seinen Kollegen viele Jahre für den Erhalt des Schleppers gearbeitet hat. Unterstützt wurde der Glückstädter am Wochenende nicht nur von seiner Tochter Claudia sondern auch Enkel Nicholas Elliott. Der Siebzehnjährige ist Neuseeländer, hat in seiner Heimat gerade die Schule abgeschlossen und beginnt im Herbst eine Ausbildung. Die freie Zeit dazwischen nutzt er für einen Besuch bei seinem Großvater in Glückstadt. „Ich habe eine gute Zeit erwischt. Der Start der Matjeswochen ist wirklich schön.“

Jürgen Albers, Skipper des Ewers Frieda, präsentierte nicht nur seinen restaurierten Frachtsegler, sondern klärte die Besucher der Meile gemeinsam mit Bernd Moje und Klaus-Peter Barabasch von der Firma Moje Rettungssysteme mit einer Vorführung im Hafenbecken am Sonnabend über Gefahren auf dem Wasser und den Einsatz von Rettungsmitteln auf. Für Albers eine Herzensangelegenheit: Im Hauptberuf arbeitet der Schiffbau-Ingenieur für die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung in Hamburg und weiß daher aus erster Hand, wie häufig Unfälle auf Unwissenheit und schlechte Vorbereitung zurückzuführen sind.

Für den Hamburger Albers ist „Glückstadt immer eine Reise wert.“ Er plant schon seinen Besuch zum Start der Matjeswochen 2015. Auch dann soll es wieder eine Präsentation geben. Statt der Wasserrettung möchte Albers dann aber die Geschichte der Frieda in den Mittelpunkt rücken: „Ich habe schon Nummern getauscht mit der Treckerscheune Bahrenfleth. 2015 zeigen wir gemeinsam wie der Ladelöschbetrieb auf einem Binnenschiff vor 100 Jahren ausgesehen hat.“

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