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Norddeutsche Rundschau

16. August 2017 | 17:15 Uhr

Blasberg tritt nicht wieder an

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Glückstädter Verwaltungschef will sich beruflich neu orientieren / Bürgermeisterwahl ist für Spätherbst geplant

Gerhard Blasberg (54) ist in Solingen im Rheinland aufgewachsen und hat dort bis zu seinem 30. Lebensjahr gelebt. Beruflich schlug er dort die Verwaltungslaufbahn ein. Weitere berufliche Stationen: Oberamtsrat in Scheeßel (Niedersachsen), wo er das Haupt- und Personalamt leitete; ab 1999 Bürgermeister in Trappenkamp und ab 2004 Verwaltungschef in Glückstadt.

Herr Blasberg, heute erscheint die Ausschreibung für die Bürgermeisterwahl. Dort steht, dass Sie nicht wieder antreten.

Das stimmt.

Warum nicht?

Es ist ein toller Job, aber auch viel Arbeit, besonders zu ungünstigen Zeiten. Ich bin seit dem 1. Mai 1999 Bürgermeister und hatte und habe an vielen Wochenenden und abends Termine. Oft sind es fünf Termine in der Woche. Das soll keine Klage sein, aber ich stelle bei mir einen Substanzverlust fest. Ich brauche mehr Ruhezeiten. Mit dem zunehmenden Alter wird es schwierig, so viele Termine zu absolvieren.

Was wollen Sie nach Ihrer Amtszeit machen, die im April 2016 abläuft ?

Ich will weiter einer bezahlten Tätigkeit nachgehen. Ich gehe noch nicht in Pension. Meine Arbeit jetzt als Bürgermeister werde ich bis zum Schluss mit viel Freude an der Arbeit machen.

Was können Sie sich vorstellen?

Klassische Verwaltungsarbeit, aber auch im sozialen Bereich. Die neue Tätigkeit sollte meinen Neigungen entsprechen. Mit meinen Berufserfahrungen werden sich Möglichkeiten ergeben. Klar ist, ich möchte nicht zu Hause sitzen.

Wollen Sie und ihre Frau in Glückstadt wohnen bleiben?

Gerne. Nur wenn es beruflich erforderlich ist, müssten wir der Arbeit hinterher ziehen.

Aber Sie kommen auf jeden Fall zur 400-Jahr-Feier in 2017 ?

Ja, wenn es mir beruflich möglich ist.

Glauben Sie, dass es einfach sein wird einen Nachfolger zu finden?

Ich bin optimistisch, dass sich gute Kandidaten bewerben. Da habe ich keinen Zweifel. Ich gehe auch davon aus, dass sich die großen Parteien um Kandidaten bemühen.

Was macht Glückstadt so attraktiv für einen Kandidaten?

Glückstadt ist eine spannende Stadt mit einem großen Aufgabenbereich. Dazu gehören auch der Tourismus, Hafen, Schulen, Kultur und die ganze Bandbreite der Aufgaben einer Stadt unserer Größe. Wir haben eine gut aufgebaute Verwaltung und ein gutes kollegiales Verhältnis zwischen Verwaltung und Politik. Mein Nachfolger oder meine Nachfolgerin erwartet eine ungewöhnlich große Vielfalt an Aufgaben für eine Stadt mit 11 500 Einwohnern. Aber gerade dies ist interessant.

Was muss eine Kandidatin oder ein Kandidat wissen?

Drei kleine Kinder sollte der neue Bürgermeister oder die neue Bürgermeisterin nicht haben. Für sie ist dann nicht genug Zeit. Für alle Bürgermeister gilt: Einen Kurs an der Volkshochschule zu besuchen oder im Sportverein aktiv sein, dass ist bei dem Job schwierig. Solche Termine kann ein Verwaltungschef nicht einhalten. Denn auf der anderen Seite sind es die Vereine, die zu Recht erwarten, dass ich zu offiziellen Terminen komme.

Stichwort Termine. Halten Sie beim Fest der Handwerker am 16. Februar wieder eine Büttenrede?

Ich werde sogar noch zweimal dabei sein. Gnadenlos, vor allem für die Zuhörer, bis zum Schluss gehe ich in die Bütt.

Wie haben Sie Ihre bisherige Amtszeit empfunden?

Bis jetzt ist die Zusammenarbeit mit Politik und der Bevölkerung gut gelaufen und dafür bin ich dankbar. Aber wie gesagt, ich bin noch 15 Monate im Amt.

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erstellt am 01.Feb.2015 | 15:13 Uhr

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