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Würdigung : Bischof würdigt Flüchtlingsarbeit

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Gothart Magaard beim Begegnungsfrühstück in Stellau. Heiligabend-Gottesdienst steht ganz im Zeichen der Integration.

Barrieren und Ängste abbauen, Hilfestellung leisten – schon seit Jahren macht sich Gritta Koetzold, Pastorin in der Kirchengemeinde Stellau, für die Flüchtlingshilfe stark. Jetzt reiste Bischof Gothart Magaard aus Schleswig an, um sich vor Ort ein Bild von ihrem Engagement zu machen. „Das Thema Flüchtlinge begleitet auch mich schon lange Zeit“, sagte er und sprach der Kirchengemeinde Stellau persönlich seine Anerkennung aus. Pastorin Gritta Koetzold erzählte, wie überraschend sie zur ihrer neuen Tätigkeit kam: „Die Aufgabe wurde mir quasi vor die Füße gelegt. Vor drei Jahren standen plötzlich die ersten Flüchtlinge vor der Kirche.“

Seitdem hat sich viel getan: Flüchtlingspatenschaften wurden organisiert und jede Menge Alltagshilfe geleistet. Pastorin Koetzold arbeitet inzwischen Hand in Hand mit der Flüchtlingshilfe des Amtes Kellinghusen. „Vieles ist aus der Wahrnehmung simpler Bedürfnisse heraus entstanden“, erzählte Pastorin Koetzold. So auch die neue Fahrradwerkstatt in der Liliencron-Kaserne, in der kaputte Räder für die Flüchtlinge wieder fit gemacht werden, erklärte sie: „Irgendwann kam bei den Menschen ganz einfach die Frage auf: Wie kommen wir von A nach B?“

Auch mehrsprachige Glaubenskurse und Taufen der neuen Gemeindemitglieder stehen an. Dies sei allerdings nicht das Hauptanliegen der Kirche, denn in erster Linie ginge es um Menschlichkeit und Unterstützung, so Bischof Magaard. Er lobte die Arbeit von Kirchengemeinde und Ehrenamtlern: „Es ist bemerkenswert, wie die ganze Sache hier herangewachsen ist. Toll, dass es so viele Menschen gibt, die helfen wollen!“ Pastorin Koetzold betonte, dass die Kirche unterschiedslos helfe – also unabhängig von Religionszugehörigkeit und Herkunft eines Menschen.

Birgit Dušková, Flüchtlingspastorin des Kirchenkreises Rantzau-Münsterdorf, brachte es auf den Punkt: „Die Menschen kommen in der Kirche zusammen, um Frieden zu finden.“

Gemeinsam mit der Flüchtlingshilfe des Amtes Kellinghusen möchte die Kirchengemeinde Stellau nicht nur im täglichen Leben unterstützen, sondern auch Begegnungen schaffen. Deshalb gibt es im Pastorat regelmäßig Zusammenkünfte, bei denen Anwohner und Flüchtlinge gemeinsam frühstücken. Die Resonanz beider Seiten sei durchweg positiv, anfängliche Scheu war schnell verflogen. „Viele Flüchtlinge wollen gern etwas zurückgeben und fragen mich, wie sie sich revanchieren können“, betonte Pastorin Koetzold begeistert. „Es entsteht eine neue Form der Solidarität. So etwas ist unbezahlbar.“

So steht in diesem Jahr auch der Heiligabend in der Stellauer Kirche ganz im Zeichen der Integration. Der Gottesdienst um 15.30 Uhr wird zum Teil auf Deutsch, zum Teil in der persischen Sprache Farsi gehalten werden, es gibt ein zweisprachiges Krippenspiel.




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