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Norddeutsche Rundschau

16. Dezember 2017 | 10:19 Uhr

Bis 2060 vielleicht eine ganz neue Technologie

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kernkraftwerk Thema in Einwohnerfragestunde des Gemeinderats

shz.de von
erstellt am 16.Apr.2015 | 16:12 Uhr

Es stand zwar nicht auf der Tagesordnung, in einer Einwohnerfragestunde zu Beginn der jüngsten Gemeinderatssitzung in Brokdorf wurden der Ausstieg aus der Atomenergie und der Ausbau der Windenergie dennoch zu einem Thema. Dafür hatte Dr. Karsten Hinrichsen von „Brokdorf akut“ zwei Fragen schriftlich vorgetragen. Aus dem Kernkraftwerk Brunsbüttel möchte Kiels Energiewendeminister Dr. Robert Habeck 517 „nur zum Teil abgebrannte Brennelemente“ im Zwischenlager des Kernkraftwerks Brokdorf lagern. „Zu diesen Planspielen sollte sich die Gemeinde äußern“, so der Wunsch von Karsten Hinrichsen.

In ihrer Antwort erinnerte Bürgermeisterin Elke Göttsche an eine einstimmige Grundsatzentscheidung des Ortsparlaments aus dem Jahr 2000, dass in Brokdorf ausschließlich Brennelemente aus dem eigenen Kraftwerk eingelagert werden dürfen. Wenn entgegen dieses Beschlusses von Land und Bund anders entschieden werden sollte, „müssten wir beraten, ob wir dagegen vorgehen sollen“.

Dr. Karsten Hinrichsen wies darauf hin, dass beim KKW-Rückbau höhere Strahlenbelastungen auftreten würden als beim laufenden Reaktorbetrieb. Das, so Göttsche, sei ein sensibles Thema, für das die Atomaufsicht des Landes zuständig sei. Eine Sammelklage werde es nach der Abschaltung des Kraftwerks im Jahr 2021 nicht geben. Es stünde aber jedem Bürger frei, dagegen auf dem Klagewege vorzugehen.

Im Übrigen habe die Gemeinde Ideen entwickelt, was nach 2021 in Brokdorf geschehen solle. „Wir sind intensiv bemüht, das Gewerbegebiet zu vermarkten“, sagte die Bürgermeisterin und verwies auf den günstigen Grundstückspreis von 1,30 Euro pro Quadratmeter. Auf dem Elbe-Ice-Stadion habe die Gemeinde darüber hinaus mit einer Photovoltaikanlage erheblich in erneuerbare Energien investiert. Elke Göttsche rechnete vor, dass das Kraftwerk nach der Abschaltung mindestens zehn Jahre stillstehen müsse und dass 40 Jahre lang überhaupt nichts geschehen werde. „Dann schreiben wir das Jahr 2060. Da kann ich heute nicht entscheiden, was dann geschehen soll“, machte die Dorfchefin klar. Das werde sich im Laufe der kommenden Jahrzehnte entwickeln. Möglicherweise gebe es bis dahin völlig neue Technologien, an die man heute noch gar nicht denken könne.

Weiter fragte der Sprecher von „Brokdorf akut“, ob die Gemeinde bereit sei, sich von ihrer Entscheidung gegen eine Nutzung der Windenergie abzuwenden. „Hier keine Windkraftanlagen zuzulassen, halte ich für absolut falsch“, sagte Hinrichsen. Elke Göttsche verwies auf den rechtskräftigen Regionalplan. Sollte hier eine Fortschreibung anstehen, müsse die Gemeinde neu entscheiden. Eine Aussage, die den WKA-Befürworter zumindest grundsätzlich beruhigte.

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