Bis 2030: Zahl der Demenzkranken in Steinburg wächst auf 2700

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05. Juni 2014, 15:44 Uhr

Der Sozialverband VdK warnt vor massiven Pflegeproblemen – und macht das auch an Zahlen für den Kreis Steinburg fest. Dort werde die Zahl der Pflegebedürftigen mit Pflegestufe I bis III, die 2011 rund 4200 Menschen betrug, nach Expertenschätzungen bis zum Jahr 2030 um 50 Prozent auf über 6300 anwachsen. Voraussichtlich 2700 Menschen im Kreis werden die Diagnose Demenz haben.

„Der Kreis und die Kommunen müssen sich dringend mit dem steigenden Anteil alter, pflegebedürftiger und demenzerkrankter Menschen auseinandersetzen. Die heutige Versorgungslandschaft ist darauf nur unzureichend ausgerichtet“, erklärt die stellvertretende BV-Vorsitzende und gleichzeitig Landesverbandsgeschäftsführerin Victoria Todt. „Pflege findet vor Ort statt – in den Städten und Gemeinden. Ein wichtiges Ziel der Lokalpolitik muss es sein, die kommunalen Strukturen im Hinblick auf altengerechtes Wohnen und Leben zu stärken.“

Schon in 16 Jahren könnten die Kommunen im Kreis vor einem massiven Pflege-Problem stehen, wenn die örtlichen Versorgungsstrukturen nicht stärker an den wachsenden Anteil pflegebedürftiger und demenzkranker Menschen angepasst würden. Der Sozialverband VdK ruft die Lokalpolitik zum Handeln auf.

Eine zukunftsorientierte Pflege- und Seniorenpolitik beginnt für den VdK beispielsweise bei der kommunalen Planung. Kommunen und Kreise müssten eine Bestandsaufnahme der Wohn- und Lebenssituation sowie des Bedarfs der Bürger an sozialen, Wohn-, Pflege-, Versorgungs- und Dienstleistungsangeboten vornehmen. Die Erkenntnisse sollten in ein seniorenpolitisches Gesamtkonzept einfließen. Auch das Angebot an Wohn- und Pflegeberatung sollte ausgebaut werden, etwa durch wohnortnahe Wohnraumberatungsstellen und Pflegestützpunkte, stellt der Verband fest. Des Weiteren zeigten Untersuchungen, dass bundesweit 95 Prozent der älteren Menschen täglich mit erheblichen Barrieren in ihrer Wohnung konfrontiert sind. Barrierefreies Wohnen müsse daher ein vorrangiges Ziel der kommunalen Wohnungspolitik werden. Ebenso erfordere ein altersgerechtes Wohnumfeld auch Barrierefreiheit im öffentlichen Raum und einen gut ausgebauten, behindertengerechten öffentlichen Nahverkehr.

Besonders wichtig wird es nach Ansicht des VdK werden, im Bereich der Pflege die Versorgung der Bürger sicherzustellen. Kurzzeit- und Tagespflegeangebote, ambulante Pflege, betreutes Wohnen und alternative Wohnformen müssten weiterentwickelt werden. Die Kommunen, Kirchengemeinden und Vereine seien darüber hinaus gefordert, Nachbarschaftshilfe und ehrenamtliches Engagement zu unterstützen.

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