Birken bleiben - Abholz-Aktion ist vom Tisch

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22. März 2011, 07:52 Uhr

Kellinghusen | Die Birken bleiben wohl stehen - auch wenn sich die Anlieger in der Lornsenstraße, der Preußerstraße und der Beseler Allee in einer städtischen Umfrage mit großer Mehrheit für ein Fällen und für Ersatzpflanzungen ausgesprochen haben. Zwar haben weder der Umwelt- noch der Bauausschuss eine entsprechende Entscheidung getroffen, doch die Meinung der Politiker war eindeutig. "Alle wollen die Bäume erhalten", fasste Heinz Radünzel (CDU) die Stimmung im Bauausschuss zusammen. Trotzdem soll die Verwaltung jetzt noch einmal klären, ob Schäden durch Wurzelwerk aufgetreten sind und ob es womöglich eine Baumschutzsatzung geben soll. Die Auswertung soll dann den Anwohner während einer Zusammenkunft vorgestellt werden.

Die beiden Ausschussvorsitzenden Dieter Hahne, (CDU, Umwelt) und Volker Ballin (Keli, Bau) hatten die Anlieger angeschrieben und um ihre Meinung gebeten (wir berichteten). Die meisten Anwohner antworteten auch, einige im Rahmen einer Unterschriftenliste. Und das Meinungsbild war eindeutig. Der überwiegende Teil wollte die bis zu 60 Jahre alten Birken weg haben. Die angegebenen Gründe: Laubprobleme, verstopfte Rohre und Gullys, angehobene Gehwegplatten, Stolper- und Pollengefahr. Die Birken-Befürworter brachten das schöne Straßenbild, viel Natur und den reizvollen Anblick ins Spiel.

Klar war allen, dass nicht die Stadt die Genehmigung zum Fällen gibt, sondern die untere Naturschützbehörde des Kreises. Die Frage in den beiden Ausschüssen war, ob die Stadt das Fällen beantragen soll. In den Gremien gab es zwar keine Abstimmung, doch fast alle Kommunalpolitiker sprachen sich gegen ein Abholzen aus. "Dies sind mit die letzten Straßenzüge mit Alleebestand, und wir wünschen uns doch alle, im Grünen zu leben", sagte Jan Hennig (BFK). Und wenn diese Anlieger mit ihrem Ansinnen durchkämen, könnten auch Anwohner anderer Straßen kommen, befürchtete Tanja Bär (BFK). Es sei unmöglich, gesunde Bäume zu fällen, betonte auch Dirk Saul (CDU). Einig war er sich jedoch mit seinen Kollegen, kranke Bäume abzunehmen und durch Neupflanzungen zu ersetzen. Es sei auch aus finanziellen Gesichtspunkten nicht möglich, alle Bäume auf einmal zu fällen und Ersatzpflanzungen vorzunehmen.

Die von den Anwohner angezeigten Problemfälle mit Pollenflug und Verstopfungen konnte Volker Ballin nicht nachvollziehen. So seien beim Bauamt in den vergangenen Jahren nur zwei Verstopfungen in Kanalleitungen gemeldet worden, auch Schäden seien nicht bekannt.

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