Wirtschaft : Binnenschiff als Alternative zum Lkw

Setzen auf eine logistiosche Vernetzung der Häfen zwischen Cuxhaven und Hamburg: (v. li.): Hans-Gerd Janssen, Martina Hummel-Manzau, Ingo Fehrs, Holger Banik, Frank Schnabel, Wolfgang Hurtienne und Werner Repenning.
Setzen auf eine logistiosche Vernetzung der Häfen zwischen Cuxhaven und Hamburg: (v. li.): Hans-Gerd Janssen, Martina Hummel-Manzau, Ingo Fehrs, Holger Banik, Frank Schnabel, Wolfgang Hurtienne und Werner Repenning.

Unterelbe-Häfen sehen Perspektiven für einen gemeinsamen Shuttle nach Hamburg und den Ausbau der LNG-Versorgung als Treibstoff.

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23. Dezember 2014, 17:20 Uhr

Die Partner der Unterelbe-Hafenkooperation Elbeseaports wollen einen Binnenschiff-Shuttle zwischen den beteiligten Häfen auf den Weg bringen.

Die drei Hafenchefs Wolfgang Hurtienne von der Hamburg Port Authority, Holger Banik (Niedersachsen Ports) und Frank Schnabel (Brunsbüttel Ports und Glückstadt Port) sowie Martina Hummel-Manzau von der egeb Wirtschaftsförderung sehen einen solchen Shuttle als Möglichkeit, die Metropolregion besser zu verbinden. „Mit einem Binnenschiffs-Shuttle auf der Unterelbe intensivieren wir die Vernetzung unter den Hafenstandorten“, erklärt Frank Schnabel. Insbesondere stelle dies eine effektive und umweltfreundliche Alternative gegenüber den Straßentransporten dar. Schnabel: „Vor dem Hintergrund der überlasteten Straßen ist das Binnenschiff ein attraktiver Verkehrsträger, für das wir gute Zukunftsperspektiven sehen.“

Gerade der größte zusammenhängende Industriepark Schleswig-Holsteins, der ChemCoast Park Brunsbüttel, kann nach Ansicht der Hafenchefs zu einer Grundauslastung beitragen. Weitere Ladung kommt aus Cuxhaven,. Stade und Glückstadt. Per Binnenschiff werden dann die Güter zu einem der Hamburger Hafenterminals transportiert.

Ein weiteres wichtiges Handlungsfeld für die Häfen stellt die Bereitstellung umweltfreundlicher Schiffstreibstoffe dar. Im Hinblick auf die ab Januar geltenden neuen Schwefelgrenzwerte sind Reedereien auf alternative Lösungen zur Reduzierung des Schwefelgehalts im Treibstoff angewiesen. Nach Einschätzung der Elbeseaports-Partner wird die Rolle des Flüssiggases LNG stark an Bedeutung gewinnen. An der Unterelbe gilt Brunsbüttel als guter Standort für die Nutzung von LNG, da neben der Versorgung der Seeschifffahrt mit LNG am stark befahrenden Schnittpunkt von Elbe und Nord-Ostsee Kanal auch die Industrieunternehmen der Schleusenstadt einen hohen Gasbedarf haben. „Die Grundauslastung eines LNG-Importterminals in Brunsbüttel könnte bereits durch die Unternehmen vor Ort gewährleistet werden. Von Brunsbüttel aus könnte die norddeutsche Region mit LNG versorgt werden. Ein solches Projekt hätte bundesweite Bedeutung“, erläutert Frank Schnabel.

„Auch Niedersachsen Ports hat ein großes Interesse an einer LNG-Bunkerstation in seinen Häfen, zumal ab 2015 zwei LNG-betriebene Fährschiffe ab Emden und Cuxhaven verkehren“, so Holger Banik. In Hamburg treibt die HPA gemeinsam mit einem industriellen Partner derzeit die Entwicklung einer Infrastruktur für die Schiffsbetankung mit LNG voran. „Die bald verfügbare LNG-Barge zur Stromversorgung von Kreuzfahrtschiffen wird schon kurzfristig für LNG-Nachfrage sorgen“, sagtWolfgang Hurtienne.

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