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Glückstädter Hafen : Binnenhafen seit gestern geschlossen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Das Amt für Küstenschutz lässt die Sperrwerkstore sanieren.

Der Binnenhafen ist für die nächsten Wochen zu. Denn gestern Morgen hat die Sanierung der Tore des Sperrwerks begonnen. Zunächst wurden die Stahlträger mit einem Kran von der Docke geholt und dann am Sperrwerk eingesetzt – als Notverschluss. An beiden Seiten des Baus hatten sich Mitarbeiter der Firma Cornels positioniert, um die schweren Stahlträger zu justieren. Wie berichtet, müssen die Tore saniert werden, weil sie nicht mehr richtig schließen.

Auch Siegfried Bornholdt vom Landesamt für Küstenschutz war vor Ort, er betreut die Baustelle. Die Kosten schätzt er zum jetzigen Zeitpunkt auf „unter einer halben Million Euro“. Ob es dabei bleibt, werden die Untersuchungen in der nächsten Zeit zeigen. Denn unklar ist, ob es weitere Schäden am Boden gibt – genauer gesagt an der Betonsohle. Diese werden erst sichtbar, wenn das Bauwerk trockengelegt ist.

Dafür wurde gestern der Notverschluss gesetzt, der das Sperrwerk für die Untersuchungen vom Wasser abschotten soll. Als erstes montierten die Arbeiter die Stahlträger quer zum Bauwerk, um es zu stabilisieren. Dann wurde eine neue Wand zum Außenhafen hin gesetzt. Sie ist so konstruiert, dass sie dem Druck des Elbewassers standhält. Die Arbeiten wurden unterstützt von einem Taucher. Er suchte gestern den Boden ab, um sicher zu stellen, dass nichts den Verschluss behindert. „Dort könnten Steine liegen“, so Bornholdt. „Der Taucher sieht nach, ob alles sauber ist.“ Wo das nicht der Fall war, räumte dieser die Hindernisse zur Seite. Sobald die Wand eingesetzt war, wurde noch eine Folie davor gelegt. „Zur Sicherheit, damit die Wand dicht ist.“

Doch das gestaltete sich mittags schwierig, denn wegen des heftigen Gewitters mussten die Mitarbeiter der Fachfirma Cornels zunächst die Arbeit einstellen. Sie fingen aber trotz strömenden Regens später wieder an, die Folie bei noch auflaufendem Wasser zu entrollen. „Sie wird vor den Notverschluss gedrückt und unten mit Sandsäcken fixiert“, erklärt Bornholdt. „Und dann beobachten wir, ob alles dicht ist.“

In dem neu entstandenen Raum zwischen den intakten Toren auf der Seite des Binnenhafens und dem neu eingesetzten Notverschluss wurden gestern rund 1400 Kubikmeter Elbewasser abgepumpt, damit die Schleusentore ab heute trocken liegen. Nur so können die Tore saniert werden, nur so kann auf der unteren Betonsohle festgestellt werden, ob es Schäden gibt, die bisher noch nicht erkennbar waren.

Eingebaut werden heute in das Kammerloch zwei Treppen. Eine Vorschrift, falls es einen Unfall gibt. Die Aufsicht darüber hat Erwin Christiansen vom Amt für Küstenschutz. Während der Arbeiten gestern hatte er auch immer ein Auge auf die Firmenmitarbeiter. Denn sie mussten bei Regen hoch oben auf nassen Stahlbalken arbeiten – eine rutschige Angelegenheit und dadurch auch eine schwierige Aufgabe.

Nach vorsichtigen Schätzungen sollen die Bauarbeiten vier bis sechs Wochen andauern.

 

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erstellt am 18.Aug.2015 | 12:00 Uhr

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