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Schulentwicklung : Bildungsstandort braucht Investitionen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Veränderter Raumbedarf trotz sinkender Schülerzahlen ist ein Thema für die Zukunft in Brunsbüttel. Der Fachausschuss der Ratsversammlung will entsprechende Ziele definieren. Kosten liegen im Millionenbereich.

Es müssen – das zeichnete sich im jüngsten Bildungsausschuss ab – Millionenbeträge investiert werden, um den Bildungsstandort Brunsbüttel zukunftssicher und attraktiver zu machen.

Ausschussvorsitzende Sabine Mewes (SPD) skizzierte das Aufgabenfeld: Es gelte, unter Beteiligung der Kitas und Schulen Handlungsfelder zu definieren, die für den Bildungsstandort abgearbeitet werden müssen. „Es ist mir sehr daran gelegen, dass wir einen breiten Konsens finden“, unterstrich Mewes.

Handlungsbedarf gibt es an vielen Stellen, zum Beispiel am Gymnasium. Die bereits auf den Weg gebrachte energetische Sanierung mit einem Investitionsvolumen von fünf Millionen Euro sei zunächst zurückgestellt worden, bestätigte Bürgermeister Stefan Mohrdieck. Grund: der marode Zustand des alten Physiktraktes. Untersuchungen mit den Architekten hätten bereits ergeben, dass ein Neubau des naturwissenschaftlichen Traktes wirtschaftlicher sei als eine Sanierung. Die energetischen Maßnahmen mussten daher gestoppt werden. Die Verwaltung geht von einer sechsmonatigen Verzögerung aus. Mohrdieck sprach von einer Denkpause. „Was am Ende dabei herauskommt, ist noch offen. Das wird die Politik entscheiden.“

Für die Boy-Lornsen-Grundschule mit nur noch 290 Kindern begründete Schulleiter Uwe Niekiel veränderten Raumbedarf. Es gebe Kinder, die in erheblichem Maße unselbstständig seien, und andere, die gar nicht erzogen seien, sowie Kinder, die untereinander zur Gewalt neigten oder sogar gegenüber Lehrern handgreiflich würden. Und alle müssten im Klassenverbund von mindestens 25 Schülern unterrichtet werden. Hier wünschte er sich kleinere Gruppenräume für einen differenzierten Unterricht in der jeweiligen Leistungsgruppe. Die Schule habe dafür bereits ein Raumkonzept entwickelt. Für die Zukunft geht Niekiel zudem von einer steigenden Anzahl der Ganztagskinder aus. An Spitzentagen nehmen 145 Kinder an der Nachmittagsbetreuung teil. Der Speisenraum mit nur 60 Plätzen sei dafür bereits zu klein.

Auch der Chef der Regionalschule, Hans-Peter Stein, meldete sinkende Schülerzahlen: von 475 im letzten auf jetzt 420 Kinder und auf 375 im nächsten Jahr. Die Schule werde 2014 zur Gemeinschaftsschule werden, kündigte Stein an und unterstrich die Notwendigkeit, sich zu einer Ganztagsschule zu entwickeln. „Darüber muss sich der Schulträger Gedanken machen.“ Zudem fehlten eine eigene Sporthalle sowie notwendige Technikräume. Das Ziel sei eine starke und attraktive Schule mit einem Alleinstellungsmerkmal im südlichen Dithmarschen. Zunehmen werde die Inklusion von Kindern mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf.

Auch für das Förderzentrum, so sagte Schulleiterin Christin Scharge, sei Inklusion ein ganz wichtiges Thema. Das Leistungsspektrum ihrer Schützlinge reiche von Lernbehinderten bis zur Gymnasialreife. „Dazwischen liegen Welten!“ Sie wünschte sich Räume für die unterschiedlichen Leistungsgruppen, um einen vernünftigen Unterricht erteilen zu können.

Das Gymnasium sei, wie Hans-Walter Thee berichtete, mit aktuell 710 Kindern in 29 Klassen gut aufgestellt. Dennoch mangele es an Gruppen- und Aufenthaltsräumen. Ohne Cafeteria und Mensa sei die Schule nicht mehr wettbewerbsfähig. Neben der überfälligen energetischen Sanierung fehle auch eine akustische Sanierung. „Und das Flachdach ist seit Jahren ein Problem.“ Thee äußerte die Befürchtung, die bislang vertrauensvolle Zusammenarbeit bleibe auf der Strecke. „Wir werden die Wege der Zusammenarbeit und des Dialogs nicht verlassen“, entgegnete der Bürgermeister.

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erstellt am 13.Sep.2013 | 05:00 Uhr

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