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Volkshochschule : Bildungsboom in beengten Räumen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Rund 48 000 Besucher in gut ausgelasteten Kursen: Volkshochschule Itzehoe ist stolz auf die Jahresbilanz. Aber sie braucht mehr Platz.

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erstellt am 09.Mai.2014 | 05:00 Uhr

Besucherzahlen, Kurse, Dozenten – ganz genau muss die Volkshochschule über ihre Arbeit Buch führen. Und als nun die Statistik für das Jahr 2013 vorlag, staunte Leiterin Corinna Ahrens-Gravert selbst: „Ich war überrascht, wie viele Menschen uns übers Jahr besuchen.“ Rund 48 000 Gäste nutzten die Kurse der VHS. Dabei leisteten die 100 Dozenten 16 503 Unterrichtsstunden, inklusive verschiedener Projekte und der Musikschule. „An Spitzentagen haben wir 350 bis 380 Personen im Haus“, sagt Geschäftsführerin Christa-Marie Otte. „Für eine Stadt wie Itzehoe ist das ein gutes Ergebnis, auf das wir stolz sind“, so Ahrens-Gravert.

Die Zusammenarbeit mit rund 100 Dozenten zeige auch, dass die VHS eine „gewisse Arbeitgeber-Rolle“ erfüllt, sagt die Leiterin. Für viele Freiberufler seien die Kurse ein wichtiger Baustein zum Broterwerb. Und die Auslastung der Kurse beweise, dass das Programm durchaus den Nerv der Menschen in der Region treffe. Es gab nur einen Ausfall von 16 Prozent, im Schnitt waren die Kurse mit zehn Teilnehmern besetzt.

Dabei habe die VHS trotz äußerst knapper Mittel ein Vollprogramm. „Wir bieten alle Fachbereiche, die die Volkshochschule auszeichnen“, betont Ahrens-Gravert. Am stärksten wachse der Gesundheitsbereich, sagt Christa-Marie Otte. „Alles, was mit Prävention zu tun hat, ist in den letzten Jahren immer mehr in den Vordergrund getreten.“ So nehme die VHS an dem Programm „Ich beweg mich“ in Kooperation mit der „Apotheken-Umschau“ teil. „Das ist sehr beliebt, da fällt nichts aus.“ Doch auch Sprachkurse seien weiter gefragt. Seit etwa zwei Jahren „boomt auch der Kreativbereich wieder“.

Das Georg-Löck-Haus ist dabei rund um die Uhr gut ausgelastet. Während am Nachmittag mit der Musikschule und am Abend mit dem offenen Kursprogramm für Zulauf gesorgt ist, gehört der Vormittag einem weiteren Schwerpunkt der Arbeit an der VHS Itzehoe: den Sprachprojekten. „Wir sind sehr stark im Bereich mit Menschen mit Migrationshintergrund tätig“, erklärt Ahrens-Gravert. Im Mittelpunkt stehen dabei die Aspekte „Deutsch als Zweitsprache“ und „Deutsch für den Beruf“. Rund 100 Menschen mit Migrationshintergrund nehmen täglich am Deutschunterricht an der VHS teil, es gibt auch ein eigenes Sprachprojekt speziell für Flüchtlinge. „Wir sind auch für den Kreis Steinburg für die Asylbewerber-Erstbetreuung und die Koordination der Migrationssozialberatung zuständig“, sagt die Leiterin. Die größte Schwierigkeit sei es, Lehrkräfte für Deutsch als Zweitsprache zu finden. „Wir merken durchaus auch schon den Fachkräftemangel.“

Ein weiterer großer Bereich sei die Grundbildung. Dazu zählen der Vorbereitungslehrgang für den Hauptschulabschluss und die Alphabetisierung. Ein kleines Lerncafé bietet niedrigschwellige Unterstützung. Es ist zugleich ein Beispiel für das Motto der Itzehoer VHS: Das Haus soll nicht nur ein Ort der Bildung sein, sondern der Begegnung. Das gilt auch für das Büro: Es ist durchgehend von 8 bis 20 Uhr besetzt, so dass sowohl Besucher als auch Dozenten immer einen Ansprechpartner vorfinden.

Für die Zukunft sieht die VHS-Leiterin vor allem die Bildungsgerechtigkeit, die interkulturelle Weiterbildung und die Förderung des Fachkräftepotenzials als Aufgaben. Dabei sei es auch wichtig, Jugendliche beim Übergang von der Schule in den Beruf zu begleiten. Das Ehrenamtsprojekt Seniortrainer, das an der VHS angesiedelt ist, leiste in diesem Bereich schon wichtige Arbeit.

Fit für die Zukunft will sich die Einrichtung durch eine weitere Neuerung machen: Die Volkshochschule hat jetzt ihre eigene App. Ab sofort können sich Smartphone-Besitzer das Programm bequem auf ihr Gerät herunterladen. Auch Online-Seminare sind geplant.

Jetzt fehlt nur noch eines: mehr Platz. „Wir fühlen uns sehr wohl in unserem Gebäude“, so Ahrens-Gravert. „Aber an manchen Tagen stoßen wir an unsere Grenzen.“ Es liefen deshalb Gespräche mit der Stadt, eventuell die ehemalige Hausmeister-Wohnung zu nutzen. „Es wäre doch schade, wenn die VHS sich inhaltlich weiterentwickelt, aber die Infrastruktur nicht nachkommt.“

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