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Kulturmärz : Bilderkunst ohne Pinsel und Stift

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Jutta Cordes malt mit Tüchern und Fingern direkt auf die Leinwand und erzeugt so in den Werken transparente Farbgebungen.

Die Bilder lohnen nach dem ersten vor allem den zweiten Blick, denn die Werke der Künstlerin Jutta Cordes entfalten durch ihre einzigartige Technik eine besondere Wirkung.

Sie entstehen ausschließlich durch das Aufreiben der Farbe mit einem Tuch und dem Finger auf der Leinwand. „Das ist etwas anders als mit dem Pinsel“, sagt die 61-Jährige. „Ich muss viele Schichten übereinander legen, aber kann die Farbe jeweils nur dünn auftragen.“ Dadurch erreicht sie eine hohe Transparenz von vielen Farben auf ihren Bildern, auf denen es immer wieder neue Farbgebungen zu entdecken gibt. Die Übergänge zwischen den jeweiligen Formen und Farben sind fließend und weich. Ihre Kunst zeigt Jutta Cordes im Kulturmärz in der Ausstellung „Spielarten der Elemente“, die am 28. Februar im Provianthaus um 11.30 Uhr eröffnet wird.

In der Blomeschen Wildnis geboren, lebt sie seit über 30 Jahren in Glückstadt. Seit 20 Jahren malt sie bereits, hat es sich in Kursen an der VHS in Elmshorn angeeignet. Ihre Kunst ernsthaft zu betreiben begann sie, nachdem 1997 ihre Tochter geboren wurde. Nach der Berufstätigkeit, in der sie in einem Büro arbeitete, widmete sie sich auch der Malerei. „Damals wurde viel auf Seide gemalt“, erzählt sie. „Dadurch bin ich zur Malerei gekommen.“

Zunächst in Aquarell, hat sie dann angefangen in Acryl zu arbeiten. Das blieb bis heute ihre bevorzugte Technik. Die hat Jutta Cordes immer weiter ausgeweitet. „Die Kunst wurde mehr und mehr Bestandteil meines Lebens“, sagt sie, „denn sie hat mir einfach viel Freude bereitet.“ Auch neue Erfahrungen im meditativen Malen, zu dem sie mehrere Workshops besuchte, bereicherten ihren künstlerischen Weg.

Neue Sichtweisen auf entstehende Bilder zu entwickeln, erlerne sie seit Mitte 2013 bei Künstlerin Petra Bergerhoff, Dozentin und Künstlerin in den Ateliers im Provianthaus. „Hier konnte ich mein bestehendes handwerkliches Wissen vertiefen und neue Wege in der freien Malerei finden.“ Dabei änderte sich ihr persönlicher Stil nicht, sondern unterzog sich einem Reifungsprozess. Denn vor allem in der freien Malerei konnte sie sich neue Techniken aneignen und hat eine eigene Ausdrucksform gefunden. Inzwischen arbeitet Jutta Cordes hauptsächlich mit Marmor-Mehl. Das ist fein gemahlen wie Gips und kann mit einem Binder zu einer Paste verarbeitet werden. „Wenn es trocknet, gibt es Risse, durch die tolle Strukturen entstehen“, schildert sie. „Das ist spannend und ergibt immer wieder etwas Neues.“ Nun ist sie auf der Suche nach den Möglichkeiten, die verschiedene Materialien ihr bieten. „Ich wende die Spielarten der Elemente an: Feuer, Wasser, Erde, Luft beschäftigen mich momentan.“ So hat sie Baumrinde ebenso wie Sand in ihre Werken eingearbeitet.

Hauptsächlich fertigt Jutta Cordes Arbeiten in kleinerem Format an, aber es gibt auch einige größere Bilder. Und sie ist künstlerisch flexibel, malt gegenständlich oder abstrakt mit gleichermaßen sicherem Blick, je nach Inspiration und Themen.

Seit einem Jahr hat sie ihr Atelier im Provianthaus in Glückstadt. Sie sei sehr froh, so Jutta Cordes, dort mit den Künstlern Petra Bergerhoff und Arnold Gietl gemeinsam arbeiten zu können. Das Arbeiten und vor allem der Austausch mit ihnen sei spannend. „Ich kann hier Arbeiten durchführen, die ich zu Hause nicht machen kann, die umso schwieriger werden, je schmutziger sie sind und je mehr Platz sie erfordern.“ Im Provianthaus sei es es eine schöne Gemeinschaft und eine Bereicherung für ihr künstlerisches Leben.

Mittlerweile wird Jutta Cordes auch zur Präsentation ihrer Werke eingeladen. Ausgestellt hat sie bereits in Schülerausstellungen ihrer Malkurse in Elmshorn sowie bei Ausstellungen im Provianthaus, unter anderem unter dem Titel „Horizonte“.



>Nächste Ausstellung: Kulturmärz, 28. Februar, 11.30 Uhr, im Provianthaus; geöffnet Sa. und So. von 15 bis 17 Uhr, bis 28. März

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