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Norddeutsche Rundschau

23. August 2017 | 23:41 Uhr

BIAB sucht weiter das Gespräch

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bürgerinitiative sieht Potenzial zur Reduzierung von Quecksilber- und Stickoxid-Ausstoß / Industriepark-Pläne sorgen für kleinen Schlagabtausch

Zwar hat die Bürgerinitiative zur Verhinderung der Beseitigung gesundheitsgefährdender Abfälle (BIAB) aus Lägerdorf auch im vergangenen Jahr einige Zwischenziele erreicht, es warte aber weiterhin viel Arbeit auf sie, wie die Vorsitzende Sabine Dammann sagte. Bei ihrer Hauptversammlung mit etwa 25 Teilnehmern freute sie sich über einen weiterhin stabilen Bestand von 99 Mitgliedern. „Leider haben sechs Mitglieder gekündigt.“

2016 sei die große Herausforderung der BIAB-Klage gegen das LLUR erfolgreich abgeschlossen worden (wir berichteten), allerdings hat die BIAB seitdem ihren Rechtsanwalt Mecklenburg verloren, da dieser bei der geplanten Ausweisung eines Industrieparks die Gemeinde Lägerdorf vertritt, woraufhin die BIAB die Zusammenarbeit beendete.

Sabine Dammann: „Von Rechtsanwalt Christian Tebert erfuhren wir, dass es neue Techniken zur Reduzierung des Ausstoßes von Quecksilber und Stickoxiden gebe und dass die Industrieemissionen auf 0,01 Milligramm pro Kubikmeter gesenkt werden sollen.“ Den von Holcim veröffentlichten Umweltdaten sei zu entnehmen gewesen, dass die Firma 2015 und 2016 Investitionen zur Emissionsminderung plante und dass die Staubemissionen seit 2011 deutlich abgenommen hätten. Gleichzeitig hätten die Quecksilber-Emissionen 2015 im Mittel wieder deutlich zugenommen.

Über den westlich von Lägerdorf geplanten „Industriepark Steinburg“, den Lägerdorf, Rethwisch und Neuenbrook mit etwa 27 Hektar gemeinsam geplant haben, kam es zu einem kleinen Schlagabtausch zwischen Bürgermeister Heiner Sülau und einigen BIAB-Mitgliedern, obwohl Sülau feststellte: „BIAB und Gemeinde sind da keine Gegner, wir haben ein gemeinsames Interesse.“ Während der Bürgermeister seine Überzeugung vertrat, dass der Industriepark den Gemeinden Arbeitsplätze, Einnahmen und mehr Wohlstand bringen könnte, bezweifelten die Mitglieder dies und verwiesen auf die drohenden Schadstoffbelastungen. Sabine Dammann bat den Bürgermeister, eine Einwohnerversammlung einzuberufen, die sich auch an die Bewohner angrenzender Dörfern wende, da diese genauso betroffen seien. Heiner Sülau kündigte eine solche für August/September an. „Ich kann nur die Lägerdorfer einladen, würde andere aber auch nicht aussperren.“

>Wahlen: Vorsitzende Silke Dammann, stellvertretender Vorsitzender Marc Ehlers, Schriftführer Wilhelm Schlüter, Schatzmeister Timo Mohr (alle Wiederwahl).

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erstellt am 23.Feb.2017 | 18:01 Uhr

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