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Norddeutsche Rundschau

21. August 2017 | 20:04 Uhr

BIAB kritisiert Umweltpreis für Holcim

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Verleihung des Umweltpreises der Nord-Wirtschaft an den Lägerdorfer Zementhersteller Holcim ist bei der Bürgerinitiative zur Verhinderung gesundheitsgefährdender Abfallbeseitigung (BIAB) auf Unverständnis und Kritik gestoßen. Holcim war im September nach 2005 jetzt bereits zum zweiten Mal mit der von der Studien- und Fördergesellschaft der schleswig-holsteinischen Wirtschaft verliehenen Auszeichnung gewürdigt wurden. Der Preis wurde dem Unternehmen übergeben, weil dieses in der Zementproduktion eine Vorbrennkammer entwickelt und installiert hat, mehr Ersatzbrennstoffe zum Einsatz bringt und damit Ressourcen schone und CO2-Emissionen reduziere.

„Diese Preisverleihung von der Wirtschaft für ein Wirtschaftsunternehmen sehen wir sehr kritisch“, heißt es nun in einer von der BIAB-Vorsitzenden Sabine Dammann und dem Pinneberger Rechtsanwalt Dr. Wilhelm Mecklenburg unterzeichneten Erklärung. Nach Einschätzung der BIAB ermögliche der Betrieb der Vorbrennkammer, dass nun auch grobstückiger Abfall wie Elektroschrott in einer Jahresmenge von bis zu 80000 Tonnen zum Einsatz kommen könne. „Dies ist sicher ein wirtschaftlicher Vorteil und erhöht die Gewinne der Aktionäre. Ein Vorteil für die Umwelt ist das aber nicht, weil sich zwangsläufig die Belastung der Nachbarschaft durch emittierte Schadstoffe erhöht.“ Dammann und Mecklenburg zitieren dazu Christian Tebert von Ökopol Hamburg: „Geringer aufbereitete Abfälle benötigen besonders zuverlässige Lieferanten und gut geschultes Personal, damit das Risiko von Quecksilbereinträgen gering bleibt, denn das Zementwerk ist nicht wie eine Müllverbrennungsanlage ausgelegt.“ Beispielhaft führt die BIAB die Sondermüllverbrennungsanlage SAVA in Brunsbüttel an: „Würde dort die gleiche Menge Müll verbrannt wie bei Holcim, würden von der SAVA hochgerechnet etwa 20 Kilogramm Quecksilber pro Jahr ausgestoßen – ein Zehntel der Emission von Holcim.“

Vor diesem Hintergrund fordert die BIAB Holcim zum Einsatz „bestmöglicher Filtertechnik“ auf. Wörtlich heißt es abschließend: „Solange Holcim nicht bereit ist, in effektivere Filter zu investieren, hat das Unternehmen auch keinen Umweltpreis verdient.“

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erstellt am 16.Okt.2014 | 11:59 Uhr

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