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Neuordnung der Polizei : Bezirksrevier verlässt Itzehoe

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Einheiten werden am neuen Standort Heide zusammengefasst. Die Umstrukturierung erfolgt im laufenden Betrieb.

von
erstellt am 19.Okt.2017 | 10:00 Uhr

Die Computer sind angeschlossen, die Wände frisch gemalt, neue Schreibtische beschafft. Zufrieden lehnt sich Dietmar Grein (56) in seinem Stuhl zurück. „Alle haben im September mitangepackt“, sagt der 56-jährige Chef des Polizeibezirksreviers. Der Altbau des Heider Polizeigebäudes musste auf Vordermann gebracht werden, denn dort sind jetzt die Mitarbeiter der beiden ehemals selbstständigen Bezirksreviere Heide und Itzehoe untergebracht worden. Das Bezirksrevier kümmert sich unter anderem um Tempoüberwachung, Unfallverhütung und Begleitung von Schwertransporten in Steinburg und Dithmarschen. „Es war ein langer, beschwerlicher Weg bis hierher“, sagt Dietmar Grein, der mit einer kurzen Unterbrechung seit 2007 Leiter des Bezirksreviers Dithmarschen ist.

Hintergrund des Auszugs aus dem Itzehoer Polizeihochhaus ist die 2011 beschlossene Neuordnung der Polizei in Schleswig-Holstein, die besonders die Itzehoer Direktion traf. Bis 2019 soll zehn Prozent des Personals abgebaut werden: 41 Schutzpolizisten, drei Kripo-Beamte und zwölfeinhalb Stellen weniger bei den Zivilangestellten sind die Folge. Reformopfer war auch der Bereich der Verkehrssicherheitsarbeit. 2012 hat eine Projektarbeitsgruppe in zehn Sitzungen ein Konzept erarbeitet und den Zusammenschluss der beiden Bezirksreviere zum 1. Oktober 2017 beschlossen, sagt der Dietmar Grein.

Bei Beginn der Planungsphase hatten beide Reviere jeweils 23 Mitarbeiter, die neue Einheit hat 41 Beamte und Angestellte. Die Zeit bis zur Umsetzung des Konzeptes sei für die Personalbesetzung genutzt worden, so Grein. Nicht alle Mitarbeiter aus Itzehoe hätten nach Heide wechseln wollen, einige hätten sich auf andere Dienststellen beworben. Demgegenüber seien Kollegen von anderen Dienststellen gekommen, die sich verändern wollten. „Unser Ziel war es, die Neuorganisation so mitarbeiterverträglich wie möglich zu gestalten“, ergänzt Merle Neufeld, Pressesprecherin der Polizeidirektion. Die heiße Phase sei im Mai 2016 mit dem Einwerben der Gelder für den Umbau eingeläutet worden. Dieser erfolgte zwischen Juni und September im laufenden Betrieb.

Grein hätte sich als Standort für das gemeinsame Revier die vor Jahren ins Gespräch gebrachte alte Schule in Schafstedt gewünscht, denn der Ort läge ungefähr in der Mitte des Einsatzbereiches. Doch dieser Plan habe nicht verwirklicht werden können, stattdessen sei man nach Heide in das dortige Polizeigebäude gegangen, in dem sich auch Kripo und Wache befinden. Ob Heide oder Itzehoe Standort sein sollen, darüber habe es eine „kontroverse Diskussion“ gegeben. Am Ende hätten dann aber nach dem Abwägungsprozess mehr Vorteile für die Dithmarscher Kreisstadt gesprochen.

Die Kollegen hätten jetzt zwar einen längeren Anfahrtsweg von Heide nach Steinburg, die Aufgaben würden jedoch nach wie vor in bewährter Form wahrgenommen, verspricht Grein. Ein Hauptaugenmerk legt das Bezirksrevier auf die Minimierung von Unfällen und Unfallfolgekosten. Dafür gibt es zum einen den Fachdienst Geschwindigkeit. Jeweils für Steinburg und Dithmarschen steht ein Radar-Fahrzeug mit dem notwendigen technischen Equipment zur Verfügung, um Temposünder zu überführen und die „Fahrer auf den Pfad der Tugend“ zurückzuführen. Der Fachdienst Technik ist für die Überprüfung und Kontrolle des Schwerlastverkehrs zuständig, und der Fachdienst Präsenz kontrolliert unter anderem Fahrer im Hinblick auf Alkohol-, Drogen- und Medikamentenmissbrauch.

Angesiedelt im Revier ist zudem auch der Ermittlungsdienst Umwelt- und Verbraucherschutz, der sich um Delikte in diesen Bereichen kümmert. Außerdem begleiten die Revierbeamten Schwertransporte. „Im Durchschnitt stellen wir zwei Streifen am Tag dafür ab.“ Hinzu kommen für die Polizisten Dienste in der so genannte Tagespräsenz. Dies sind unter anderem Transporte in Gefängnisse, auch mal nach Bayern, und letztlich müssen Greins Beamte auch Pool-Einsätze absolvieren. Dazu zählen Großveranstaltungen wie Kieler Woche, Wacken-Open-Air oder Fußball-Spiele beim Zweitligisten Holstein Kiel. „Wir sind gut ausgelastet“, sagt der Meldorfer Dietmar Grein zu den vielfältigen Aufgaben des Reviers.

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