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Norddeutsche Rundschau

16. Dezember 2017 | 03:10 Uhr

Handel : Bewegte Zeiten in der Innenstadt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Schließende Läden, geplante Neueröffnungen und Umzüge: In der Itzehoer Geschäftswelt gibt es einige Veränderungen.

von
erstellt am 29.Dez.2016 | 05:00 Uhr

Der Andrang der Kunden ist groß – doch das Ende ist absehbar. Bei Wohnart in der oberen Feldschmiede läuft der Ausverkauf. Nur einer der Punkte, an denen die Innenstadt in Bewegung ist.

„Ich hätte hier weitergemacht“, sagt Wohnart-Inhaber Knut Bunge. Denn Itzehoe als Standort sei „nicht unlukrativ“. Dennoch griff er zu, als es einen Interessenten für die Immobilie gab. Denn: „In der Fußgängerzone ist der Handel mit Möbeln und großteiligen Dingen schwierig“, sagt der 39-Jährige. „Parkplätze vor der Tür sind heute für die Kunden selbstverständlich.“ Diese bietet das Wohnart-Geschäft in Siek bei Ahrensburg, ebenso den Vorteil einer Lage direkt an der Autobahn. Zudem ist das Unternehmen im Stilwerk am Fischmarkt in Hamburg präsent, als eines von 25 Geschäften unter einem Dach.

So konnte sich Bunge relativ nüchtern vom früheren Firmensitz in Itzehoe verabschieden. Seit zwei Jahren arbeitet die Verwaltung bereits in Siek, auch er hat seinen Lebensmittelpunkt dorthin verlagert. Im früheren Kik-Laden in der oberen Feldschmiede wird zusätzlich die Lagerware angeboten, der Räumungsverkauf bei Wohnart solle „laufen, bis die Bude leer ist“. Läden, Büros oder Praxen sind mögliche Nachnutzungen, so ein Aufsteller vor der Tür. Für die Zeit ab April 2017 sind die Flächen demnach zu haben.

„Die Geschäftsräume sind vermietet!“, heißt es dagegen auf einem Schild im Fenster des ehemaligen Merzbach-Ladens. Das Modegeschäft ist auf eine kleinere Fläche einige Häuser weiter gezogen, „das war genau richtig“, sagt Sigrid Merzbach. Die bisherigen Räume in der oberen Feldschmiede will die Allianz-Hauptvertretung beziehen.

Etwas weiter die Straße hinauf: Die Brache, die das Immobilienunternehmen Schoof mit einem Wohn- und Geschäftshaus bebauen will. Das solle möglichst schnell geschehen, der Bauantrag werde jetzt gestellt, so Jürgen-Reimer Schoof. Gespräche mit möglichen Mietern gebe es: „Es wird sicher nicht leer bleiben.“ Baupläne hat auch die Volksbank Raiffeisenbank Itzehoe: In der Breiten Straße sollen, wie berichtet, ab Januar drei Häuser abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Dessen Ladenfläche übernimmt Flickenschild Whisky & Cigars, vom Berliner Platz kommend.

Auch Neueröffnungen sind geplant. In der unteren Feldschmiede richtet die niederländische Kette Hunkemöller derzeit eine Filiale ein. Wohl ab Januar gibt es dort für weibliche Kundschaft Unterwäsche, Dessous und Sportkleidung. Ein genauer Termin war vom Unternehmen nicht zu erhalten. Dasselbe galt für den Hörgeräte-Riesen Kind. Der deutsche Marktführer – so die Firmen-Webseite – aus Großburgwedel in der Nähe von Hannover richtet seit einiger Zeit in der Kirchenstraße einen Laden her.

Und dann sind da noch die üblichen Gerüchte. Zum Beispiel dieses: Juwelier Spliedt schließe im Januar das Geschäft in der Breiten Straße. Volker Spliedt nimmt es gut gelaunt zur Kenntnis. Tatsächlich feiere der Betrieb im Januar sein 160-jähriges Bestehen, kein Gedanke an eine Schließung. Mit den vergangenen Wochen ist er zufrieden: „Wir hatten ein gutes Weihnachtsgeschäft.“ Und mit einem dritten Laden nach Itzehoe und Sylt, vor vier Wochen in Hamburg eröffnet und „gut angelaufen“, hat sich das Unternehmen noch breiter aufgestellt.

Auch bei Blume 2000 heißt es, im Frühjahr sei am La-Couronne-Platz Schluss. Richtig ist: Thorsten Wolf, Inhaber der Franchise-Lizenz, hört auf. „Die gebe ich am 1. Februar nach 23 Jahren zurück an Blume 2000.“ Das Unternehmen selbst werde die Filiale weiterführen. Er selbst verabschiedet sich aus wirtschaftlichen Gründen, es werde immer dünner. „Und wenn in den nächsten Jahren die Geschäfte um mich herum dicht machen, wird es noch schlimmer.“ Mit 47 habe er noch die Chance, etwas Neues zu machen, sagt Wolf. Er wird Agenturpartner der Itzehoer Versicherungen und freut sich darauf: „Endlich mal eine wetterunabhängige Branche.“

Eine Gerüchteküche ist weiter auch das Holstein-Center. Schuhhändler Deichmann sei auf dem Absprung, hört man. Ulrich Effing aus der Unternehmenskommunikation widerspricht klar: „Es gibt keine Pläne, dass wir da rausgehen.“ Und auch Nicole Baum, Filialleiterin bei Depot, kann nur mit dem Kopf schütteln: „Wir hören täglich, dass wir schließen.“ Ihre Antwort ist immer gleich: „Das stimmt nicht.“ Weder verlasse Depot das Holstein-Center noch Itzehoe.

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