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Bewährungsstrafe: Aus Eifersucht Holzschuppen angezündet

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erstellt am 22.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Kellinghusen | Aus Eifersucht ist ein 42-Jähriger aus Kellinghusen zum Brandstifter geworden. Dafür erhielt er jetzt die Quittung vom Schöffengericht unter Vorsitz von Dominik Mardorf: Wegen vorsätzlicher Brandstiftung erhielt er eine Freiheitsstrafe von 21 Monaten, ausgesetzt auf vier Jahre zur Bewährung.

Am 10. Januar steckte der Angeklagte in einer Gemeinde des Amtes Kellinghusen den Lagerschuppen an. Das Häuschen brannte komplett nieder. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von 15 000 Euro. Allerdings gehörte der Schuppen nicht seiner Ex-Freundin, sondern deren Nachbarn.

Da der bereits 16-fach vorbestrafte Mann unter Bewährung stand erging seinerzeit Haftbefehl, der jedoch außer Vollzug gesetzt wurde. Der Mann nutzte die Chance, er begab sich in psychologischer Behandlung, um seine Lebensprobleme, insbesondere seine Eifersucht, aufzuarbeiten. Die Therapie und ein umfängliches Geständnis führten jetzt dafür, dass der Angeklagte mit einer Bewährungsstrafe davon kam.

Die 2006 geschlossene Ehe des Angeklagten war zerbrochen, ebenso wie seine große Liebe zu einer 42-jährigen Frau. ,,Es war für mich zu der Zeit eine ganz angespannte Situation. Ich lebte mit meiner Freundin zusammen und lebte gleichzeitig in Scheidung. Als meine Freundin sich wieder ihrem Ex-Mann zuwandte, ist für mich eine Welt zusammen gebrochen", sagte der Angeklagte vor Gericht. ,,Ich habe an dem Tag keinen Alkohol getrunken, aber ich stand unter einem sehr hohem Adrenalinspiegel." Er habe den Schuppen mit dem Holzlager angezündet, denn er wollte das von ihm zuvor klein gehackte Holz darin vernichten. "Ich konnte es nicht ertragen, dass sie vor dem warmen Ofen sitzen mit dem Holz, für das ich geschwitzt habe." In jener Nacht war er zur Wohnung der Ex-Freundin gefahren und hatte sie durchs Fenster beobachtet, sie dabei zusammen mit ihrem Ex-Mann gesehen. Seit dem Brand hat er seine Ex-Freundin in Ruhe gelassen. Seine als Zeugin gehörte Ex-Freundin erklärte jetzt vor Gericht, sie habe ihm inzwischen verziehen.

Staatsanwalt Dr. Joachim Reinhold erkannte, das der Rechtsfriede somit wiederhergestellt ist, vom Angeklagten keine Wiederholungsgefahr ausgehe. Reinhold forderte wegen vorsätzlicher Brandstiftung die Verhängung einer Freiheitsstrafe von 21 Monaten, ausgesetzt zur Bewährung und 150 Stunden gemeinnützige Arbeit. Das Schöffengericht übernahm den Antrag, setzte die Bewährungszeit aber auf vier Jahre fest.

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