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Norddeutsche Rundschau

23. August 2017 | 04:58 Uhr

Bewährung nach "Ordnungsbacks"

vom

itzehoe | "Ordnungsbacks" - so nannte ein Itzehoer Türsteher (43) die Ohrfeigen, die er an Gäste einer Diskothek verteilte. Fünf Mal soll er zugeschlagen haben, dafür stand er nun vor dem Amtsgericht. Hinzu kam eine Beleidigung, angezeigt von Polizisten. Der Angeklagte hatte sie geduzt.

Vor Gericht kennt sich der 43-Jährige gut aus, wie sich am zweiten Prozesstag herausstellte. 15 Vorstrafen seit 1993 hatte er mitgebracht, darunter etliche wegen Körperverletzung. Aber auch Zuhälterei, Waffenbesitz, Drogen, Betrug und Unterschlagung hat der Itzehoer auf dem Kerbholz, der Arbeitslosengeld II bezieht.

Mehrere Tatvorwürfenicht weiter verfolgt


Die angeklagten Taten ereigneten sich im Januar und Februar in zwei Itzehoer Diskotheken und einer Rendsburger Diskothek. Das Duzen der Polizisten und einen ,,Ordnungsbacks", ausgeteilt an einen Soldaten in Rendsburg, gab der 43-Jährige zu. Die übrigen Körperverletzungen seien Notwehr gewesen, es habe sie nicht gegeben, in einem Fall sei er gar nicht vor Ort gewesen.

Am ersten Prozesstag hatten ein Opfer und ein weiterer Augenzeuge den Angeklagten eindeutig als Täter wiedererkannt. Am zweiten Tag hörte Strafrichterin Kristina Krause Entlastungszeugen, darunter der Chef des Angeklagten, die ihm ein Alibi gaben. Also noch viel mehr Zeugen wegen einer einzigen Ohrfeige hören? Das wollte die Richterin nicht und regte eine Einstellung aller Tatvorwürfe an, bei denen sich der Angeklagte nicht geständig zeigte. Oberamtsanwalt Helmut Schröder stimmte zu, drei Anklagepunkte fielen so weg.

Übrig blieben zwei Körperverletzungen gegen junge Soldaten und die Beleidigung der Polizisten, die von den Soldaten gerufen worden waren. Wichtig für das Strafmaß: Der Türsteher war erst wenige Wochen vor den neuen Taten wegen ähnlicher Delikte zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Andererseits lag seine letzte Haftstrafe Jahre zurück.

Kristina Krause verurteilte ihn zu fünf Monaten Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung. Er muss sich zudem einem Bewährungshelfer unterstellen, ein Anti-Aggressionstraining absolvieren und 200 Euro an den Kinderschutzbund zahlen.

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erstellt am 02.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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