Bewährung für Betrüger

Amtsgericht verurteilt 32-Jährigen

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07. März 2019, 13:45 Uhr

Mehr als 100 Fälle waren angeklagt, gut 80 blieben übrig: Ein 32-Jähriger aus dem Raum Glückstadt ist vom Schöffengericht am Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe von 22 Monaten Haft verurteilt worden.

Tatorte waren unter anderem Itzehoe, Glückstadt und Hamburg. Dort hatte der Angeklagte ab Oktober 2014 Packstationen genutzt, um sich Waren liefern zu lassen: Filme, Computerspiele, Kleidung oder Alkohol, die er über das Internet weiterverkaufte. Natürlich bestellte er nicht auf eigenen Namen: In kriminellen Foren im Internet kaufte er die Daten argloser Kunden von Versandhändlern. Damit beschaffte er sich auch die Karten, die an den Packstationen benötigt werden, zusammen mit einer Geheimzahl, die auf das Handy geschickt wird. Der Angeklagte besorgte immer neue Prepaid-Karten und ließ zudem im Datensatz des Paketlieferanten die Telefonnummer ändern. Deswegen war Datenveränderung neben gewerbsmäßigem Betrug – vollendet und versucht – der Haupt-Anklagepunkt.

Der 32-Jährige war schließlich an der Packstation am Rotenbrook in Itzehoe geschnappt worden. Vor Gericht gestand er einiges, stritt aber auch einen Teil der Vorwürfe ab. Am vierten Verhandlungstag wies Verteidiger Ole Baumann zudem auf Unstimmigkeiten in den Akten hin wie nicht passende Telefonnummern oder widersprüchliche Auskünfte des Paketunternehmens. Danach wurde nicht nur in Akten geblättert, auch die Kartons mit sichergestellten Gegenständen wie Verpackungen wurden geholt. Einiges Gewühle folgte, doch nicht alles ließ sich zur Zufriedenheit des Gerichts klären.

Die Staatsanwaltschaft ging von einem Gesamtwert der Waren in Höhe von mehr als 17.500 Euro aus und forderte zwei Jahre Haft auf Bewährung. Das Schöffengericht sprach den Angeklagten von einem Teil der Vorwürfe frei, übrig blieb ein Schaden in Höhe von knapp 14.000 Euro. Und eine leicht reduzierte Strafe.

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