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Norddeutsche Rundschau

15. Dezember 2017 | 12:53 Uhr

Betrüger muss fünf Jahre in Haft

vom

Burger erleichterte Kaufmann um 344 000 Euro

shz.de von
erstellt am 06.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Krempe/Burg | Für fünf Jahre muss ein 39-jähriger Burger ins Gefängnis. Die von Strafrichter Klaus Emmermann geführte große Strafkammer am Landgericht Itzehoe erkannte ihn des Betrugs im besonders schweren Fall für schuldig.

Hintergrund: Grade mal zwei Monate aus dem Gefängnis raus und unter Bewährung stehend, startete der Burger im März 2011 seinen nächsten Betrug. Bis Juni 2012 brachte er einen Kaufmann aus dem Süden des Kreises Steinburg um insgesamt 344 000 Euro. Er machte ihn Glauben, dass man mit Pfandflaschen reich werden könne. So er denn in Vorleistung geht, sollte der Kaufmann dafür Pfandflaschen erhalten, die ein Vielfaches von dem wert seien. Unterm Strich sollte der Kaufmann für seine in rund 20 Chargen an Mittelsmänner des Angeklagten übergebenen Summen in Höhe von 3000 bis 20 000 Euro Pfandflaschen im Multimillionenwert erhalten. Die pure Gier blendete offenbar den Kaufmann, denn er glaubte dieses Märchen, lieh sich allein von seiner Mutter 250 000 Euro, um in das Pfandflaschengeschäft einsteigen zu können.

Der Burger schickte unter anderem einen Hartz-4-Empfänger als Boten zu dem Steinburger, um Umschläge mit Geld abzuholen. Während der Kaufmann dachte, er komme so den Leuten näher, die mit dem Pfandflaschenhandel zu tun haben, gingen die Boten schnurstracks mit dem Geld zum Angeklagten.

Wie Staatsanwalt Dr. Thorsten Schwarzer im Plädoyer auflistete, machte der Burger mit dem Geld allein 13 Urlaubsreisen in zwölf Monaten, mal mit Freundin, mal mit der Tochter, mal nach Wien, mal nach Mallorca. Stets stieg man im Luxushotel ab, stets zahlte der Angeklagte bar, hatte bündelweise Geld dabei. Er leistete sich einen Porsche, hatte neben der kleinen Burger Wohnung eine Luxuswohnung in Hamburg für 1200 Euro Monatsmiete.

Eine alte Freundin (41) des Angeklagten aus Brunsbüttel hielt den Kaufmann hin, als der zu zweifeln begann. ,,Er hat schon früher immer viel gesponnen", charakterisierte sie im Prozess die den aus Brunsbüttel stammenden Betrüger. 50 Euro pro Anruf beim Kaufmann erhielt die 41-Jährige vom Angeklagten. Mit Porsche und Rolexuhr blendete der Burger sein Umfeld. Seit Juni 2012 sitzt er in U-Haft. Ein Fluchtversuch sorgte dafür, dass er im Gericht Fußketten tragen musste.

Im Übrigen fing der Staatsanwalt 13 Kassiber ab, wusste von Telefonaten, mit denen der Burger noch aus der Haft heraus Zeugen mit den Hells Angels drohte, wenn sie nicht in seinem Sinne aussagen würden. Fünf Jahre und elf Monate Haft forderte die Anklage, die keine strafmildernden Fakten bei dem Bewährungsversager entdecken konnte. Die beiden Strafverteidiger Jürgen Osbahr und Ole Baumann kämpften auf aussichtslosem Posten als sie, der Vorgabe des Angeklagten folgend, auf Freispruch plädierten.

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