Besucher-Ansturm im Lager für den Schleusen-Aushub

Hier werden fünf Millionen Tonnen Sand umgeschlagen. Für den Schleusen-Aushub soll noch ein weiterer Anleger gebaut werden.
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Hier werden fünf Millionen Tonnen Sand umgeschlagen. Für den Schleusen-Aushub soll noch ein weiterer Anleger gebaut werden.

Tag der offenen Tür im Dyrßenmoor lockte unerwartet viele Interessenten an

shz.de von
20. Juli 2015, 10:16 Uhr

Zu sehen gab es vor allem Sand. Davon allerdings richtig viel. Für ein paar Stunden öffnete die federführende Firma Wayss & Freytag die derzeit kreisweit größte Baustelle. Im direkt am Nord-Ostsee-Kanal gelegenen Dyrßenmoor soll in den nächsten Jahren unter der Regie des Wasser- und Schifffahrtsamtes auf einer Fläche von mehr als 60 Hektar der Aushub für den Bau der 5. Schleusenkammer in Brunsbüttel untergebracht werden. Mehr als 200 Besucher – viel mehr als erwartet – nutzten die Gelegenheit, sich persönlich ein Bild von den gewaltigen Erdbewegungen zu machen. Vorwiegend Einwohner aus den direkt betroffenen Gemeinden Ecklak und Aebtissinwisch ließen sich per Treckergespann über das weitläufige Gelände kutschieren.

Derzeit wird im Dyrßenmoor allerdings nur der Boden für das eigentliche Lager bereitet. Aus einem früheren Spülfeld bei Beldorf nahe Albersdorf werden pro Woche 40  000 Kubikmeter Sand über eine Förderanlage auf Transportschiffe verladen und zur Förderbandanlage am Moorgebiet gebracht. Rund fünf Millionen Tonnen Sand werden es am Ende sein. Hinzu kommen fast sechs Kilometer befestigte Wege. Auf diesen soll in den nächsten Jahren der Aushub für den Bau der Schleusenkammer gleichmäßig auf dem Gelände verteilt werden. Bereits jetzt sind zahllose Messpunkte eingearbeitet, mit denen die Bewegungen im Erdreich kontinuierlich kontrolliert werden. Je nach Setzung soll das Material dann so gleichmäßig verteilt werden, dass es nicht zu gefährlichen Grundbrüchen kommt. Bei einer früheren Veranstaltung hatte der verantwortliche Oberbauleiter bereits betont, dass das Material nicht unkontrolliert abgekippt, sondern gleichmäßig auf der Fläche verteilt werde. Wie Firmenmitarbeiter den Besuchern vor Ort erläuterten, ist der Boden im Dyrßenmoor nämlich alles andere als überall gleich. Die Bandbreite der berechneten Setzungen reicht von wenigen Zentimetern bis eineinhalb Meter. Entsprechend unterschiedlich dick wird am Ende die ab 2016 aufgebrachte Kleischicht sein. Insgesamt sollen die einzelnen Mieten etwa drei Meter hoch werden, wobei extrem feuchtes Erdreich zuvor in einem Zwischenlager getrocknet wird. Im weitesten Sinne ist sogar das Bodenlager Dyrßenmoor nur ein Zwischenlager. Der dort deponierte Kleiboden ist nämlich ideal von den Bau von Deichen und könnte dafür später wieder abgetragen werden. Sechs bis sieben Jahre sollen die Arbeiten für die Einlagerung von rund 1,8 Millionen Kubikmeter Schleusen-Aushub in Anspruch nehmen. Einer, für den der Tag der offenen Tür im Dyrßenmoor ein besonderes Erlebnis war, ist Uwe Dyrßen. Dessen Großvater Hermann hatte auf dem Terrain einst eine Torffabrik betrieben und ist der Namensgeber des Moores. Als kleiner Junge hatte Uwe Dyrßen noch selbst mitgeholfen und Torf aus dem Moor nach Itzehoe geholt.

>Mehr zur Geschichte des Dyrßenmoores in einer unserer nächsten Ausgaben

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