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Besuch bei Prinovis- Ministerpräsident will Druck machen

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erstellt am 03.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Itzehoe | Darauf haben die Beschäftigten und die Gewerkschaft Ver.di lange gewartet: Gestern nahm sich Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) selbst des Themas Prinovis an. Er besuchte das Werk, mit dessen Schließung 2014 mehr als 1000 Mitarbeiter ihre Jobs verlieren. "Der Ministerpräsident führte Gespräche sowohl mit dem Betriebsrat als auch mit der Geschäftsführung, um sich einen Überblick über die Lage und die laufenden Sozialplanverhandlungen zu verschaffen", bestätigt Regierungssprecher Carsten Maltzan. Sein Eindruck sei: "Die Verhandlungen laufen fair."

Das gestehen auch Gewerkschaft und Betriebsrat ein, so wurde von der Geschäftsführung in der jüngsten Runde ein Entgegenkommen in der Höhe der Abfindungen signalisiert und erstmals in Erwägung gezogen, Leiharbeiter einzubeziehen.

Albig wolle noch einmal an den Bertelsmann-Konzern und die Springer AG, die Prinovis tragen, appellieren, "ihrer Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern gerecht zu werden", so Maltzan.

"Wir haben den Zeitablauf erklärt. Bis Mitte Juni wollen wir mit den Verhandlungen durch sein", sagt Betriebsratsvorsitzender Sven Guericke. Man habe verdeutlicht, "dass politischer Druck nötig ist". Albig habe versprochen, auch bei Springer nachzuhaken - das Unternehmen hält 25,1 Prozent an Prinovis, beteiligt sich aber nicht finanziell am Sozialplan. Für Guericke ist es "ein gutes Zeichen, dass wir jetzt Unter stützung von der Landesspitze er halten".

Auch Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen verspricht sich Erfolg von Albigs Einsatz. "Es ist die oberste Spitze des Landes, das hat schon Gewicht. Und ich glaube, dass es Medienunternehmen wie Bertelsmann nicht so gerne mögen, selbst negativ in den Schlagzeilen zu stehen."

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