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Norddeutsche Rundschau

24. August 2017 | 11:23 Uhr

Regionalentscheid : Beste Plattschnacker

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Beim Wettbewerb in der Hohenlockstedter Wilhelm-Käber-Schule: Ron Holtmann und Mia Christiansen sind weiter. Ab Sommer gibt es hier auch regulären plattdeutschen Sprachunterricht.

Ron Holtermann ist ein echter Plattschnacker. Mit vier Jahren kam der Dithmarscher Jung auf einem Bauernhof zum erstenmal mit dem Niederdeutschen in Berührung, der Bauer habe ihm die Sprache beigebracht. Heute spricht er die Sprache so selbstverständlich, dass der plattdeutsche Klang selbst dann mitschwingt, wenn der Dithmarscher hochdeutsch spricht. Das stellte der 13-Jährige vom Gymnasium in Marne dann auch beim Regionalentscheid „Schölers leest Platt“ in der Wilhelm-Käber-Schule in Hohenlockstedt unter Beweis. In der Gruppe der 8-10. Klässler las er sich auf den ersten Platz.

Wie es dazu kam, dass er als vierjähriger Knirps das Platt schnacken für sich entdeckte, weiß Ron Holtermann jetzt nicht mehr so genau. Seine Mutter habe bei dem Bauern ein Pferd gekauft. Danach sei er fast täglich auf dem Hof gewesen. Die Landwirtschaft habe ihn interessiert und so kam es dann eben: „Anfangs konnte ich ein paar Wörter, dann Sprüche und dann kam das ganze Reden“, erzählt er und weiter: „Plattdeutsch ist eine schöne Sprache. Ich finde, dass man das lernen sollte.“

Dieser Ansicht ist auch Heiko Gauert, der als Schulleiter der Hohenlockstedter Schule mit der schuleigenen Mensa den Austragungsort des Regionalentscheids stellte. Das Plattdeutsche zeigte sich dort deutlich und präsent: „Eten un Drinken“ steht in großen Buchstaben über der Essensausgaben. Jeden Tag sehen die Schüler der Wilhelm-Käber-Schule so ein paar plattdeutsche Worte.

„Wir sind eine plattdeutsche Schule mit Landessiegel“, erklärte Gauert nicht ohne Stolz. An seiner Schule finde seit einigen Jahren bilingualer Unterricht statt. Geschichte, Weltkunde, Verbraucherbildung und Religion werde bereits in einigen Klassen plattdeutsch unterrichtet. Er freut sich besonders darüber, dass sich auch junge Lehrkräfte für das Niederdeutsche interessieren lassen und hofft, dass eine Kompetenz im Niederdeutschen zukünftig auch ein Einstellungsvorteil sei.

Besonders positiv beurteilt er die Entscheidung des Landes Schleswig-Holstein, für das kommende Schuljahr richtigen plattdeutschen Sprachunterricht an 27 Grundschulen in ganz Schleswig-Holstein einzuführen. Im Kreis Steinburg werde dann an vier Schulen das Fach Plattdeutsch mit zwei Stunden pro Woche gelehrt .

Den Erhalt des Kulturguts Plattdeutsch sieht er besonders über die Bildung in Schulen und Kitas gewährleistet. In den Familien werde dies heute selten geleistet oder eher zufällig, so wie bei Ron Holtermann. Insofern freute er sich besonders über dessen Leistung. Der Junge ist auch schon ein bisschen aufgeregt. Denn auf ihn und Mia Christiansen von der Eiderschule in Dellstedt (Platz 1, Klasse 3./4.) wartet nun der große Landesentscheid am 18. Juni im Hohen Arsenal Rendsburg.

 

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erstellt am 18.Mai.2014 | 16:00 Uhr

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