Itzehoe : Besserer Schutz vor Keimen

Tipps für Taxifahrer: (v.l.) Regine Rönne, Stephanie Determann, Gabriele Medewitz und Claudia Vollmers vom MRE-Netzwerk Steinburg überreichen Reinhard Frick vom Autoruf Rathjens Flyer und ein Desinfektionsmittel.
Tipps für Taxifahrer: (v.l.) Regine Rönne, Stephanie Determann, Gabriele Medewitz und Claudia Vollmers vom MRE-Netzwerk Steinburg überreichen Reinhard Frick vom Autoruf Rathjens Flyer und ein Desinfektionsmittel.

MRE-Netzwerk Steinburg startet neue Aufklärungs-Kampagne – und will vor allem Taxifahrer informieren.

shz.de von
14. Januar 2018, 08:05 Uhr

Sie sind überall, aber nicht zu sehen: Tagtäglich kommt jeder Mensch mit Keimen in Berührung. Für Gesunde ist das meist ungefährlich. Für Kranke und Geschwächte können Keime aber problematisch sein. Dies gilt insbesondere dann, wenn es sich um multiresistente Erreger (MRE) handelt, die auf viele Antibiotikatherapien nicht mehr ansprechen.

Das MRE-Netzwerk Steinburg hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, über das Thema aufzuklären. In der Gruppe, die 2012 gegründet wurde, haben sich Vertreter verschiedener Gesundheitseinrichtungen zusammengeschlossen – vom Klinikum Itzehoe über das Seniorenzentrum Itzehoe Olendeel bis zur Rettungsdienstkooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH). Koordiniert wird das Netzwerk vom Kreisgesundheitsamt. „Wir wollen die Thematik in der Bevölkerung wach halten, Risikogruppen sensibilisieren und als Berater da sein, aber auch Stigmatisierung verhindern und Berührungsängste nehmen“, erklärt Dr. Claudia Vollmers, Leiterin des Gesundheitsamtes.

Dabei hat das Netzwerk jetzt eine Berufsgruppe besonders ins Auge gefasst: Taxifahrer. „Sie transportieren viele Personen, darunter natürlich auch Patienten – zum Beispiel zur Arztpraxis oder aus dem Klinikum nach Hause“, sagt Gabriele Medewitz, Leiterin des Seniorenzentrums Olendeel. „Und jeder Fahrgast könnte das Keim-Risiko in sich tragen, ohne es zu wissen“, ergänzt Regine Rönne, Gesundheits- und Krankenpflegerin im Klinikum Itzehoe. „Wir wollen darüber informieren, wie Taxifahrer sich und ihre Fahrgäste schützen können. Wenn zumindest über das Thema nachgedacht wird, ist schon viel geholfen.“

Entstanden ist ein Flyer, der leicht verständlich ist und Tipps gibt, die ohne viel Aufwand umzusetzen sind. Dabei steht die Händedesinfektion an vorderster Stelle. „90 Prozent aller Infektionen werden über die Hände übertragen – und oft gibt der Taxifahrer dem Fahrgast die Hand“, weiß Medewitz. Der Griff zum kleinen Fläschchen mit Händedesinfektionsmittel schützt. Gegen die Keime, die auf den Flächen im Fahrzeug haften, hilft eine Wischdesinfektion mit einem getränkten Tuch. „Dabei geht es besonders um Kontaktflächen wie das Lenkrad, Türgriffe oder Sitzflächen. Sie werden in einem Arbeitsgang gereinigt und desinfiziert“, erklärt Stephanie Determann, Pflegedienstleitung im Olendeel. Das biete sich in jedem Fall zu Dienstbeginn und Dienstende an, „aber auch zwischendurch, zum Beispiel wenn ohnehin eine Pause zwischen zwei Fahrten überbrückt werden muss“.

Die ersten Flyer wurden bereits verteilt und von den Taxifahrern positiv aufgenommen. Wer Interesse an einigen Exemplaren hat, kann sich im Gesundheitsamt melden. Das gilt auch für andere Berufsgruppen, die gerne eine maßgeschneiderte Aufklärung hätten. Denn die Mitglieder des Netzwerks, die die Arbeit in weiten Teilen ehrenamtlich neben ihrem Hauptberuf erledigen, wollen auf jeden Fall am Ball bleiben, betont Vollmers. „Wir sind offen für Anregungen und tauschen uns auch mit den Netzwerken in den Nachbarkreisen aus.“


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Ansprechpartner: Claudia

Vollmers, Leiterin Kreisgesundheitsamt, unter 04821/69351 oder per

E-Mail: vollmers@steinburg.de

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