Besonderer Sprachkurs – sehr gute Ergebnisse

Ein Zertifikat und eine Rose: Die erfolgreichen Teilnehmer mit ihrer Lehrerin Svetlana Reicherdt (hinten, 2. v. r.) sowie Vertretern der VHS und der Stadt.
Ein Zertifikat und eine Rose: Die erfolgreichen Teilnehmer mit ihrer Lehrerin Svetlana Reicherdt (hinten, 2. v. r.) sowie Vertretern der VHS und der Stadt.

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04. Juli 2018, 05:00 Uhr

„Ich hoffe, Sie können mich jetzt ein wenig besser verstehen als am Anfang.“ Da hoffte Corinna Ahrens-Gravert zu Recht: 25 Frauen und Männer haben an der von ihr geleiteten Volkshochschule einen besonderen Deutsch-Kurs bestanden – einen, den es eigentlich nicht gegeben hätte.

Denn auf einen der vom Bund geförderten Kurse an der VHS haben die Teilnehmer aus Afghanistan, Armenien und dem Iran im laufenden Asylverfahren keinen Anspruch. Die Stadt sprang ein: Nicht anderweitig genutzte Mittel aus der Integrationspauschale wurden verwendet, um das Projekt mit 58 000 Euro zu finanzieren. Dafür seien die Teilnehmer ebenso dankbar wie für die Betreuung, sagte die Armenierin Marine Harutjunyan.

Die 34-Jährige ist seit anderthalb Jahren in Deutschland. In Glückstadt spielt sie Tischtennis, bei den Glückstädter Werkstätten tritt sie im August eine Stelle im Bundesfreiwilligendienst an. Sie wolle Menschen helfen: „Die brauchen Liebe.“ Für eine Bewerbung als Kranken- oder Altenpflegerin sei es zu spät gewesen, sagt Harutjunyan, die eigentlich Sportlehrerin ist. „Wenn mein Deutsch besser ist, kann ich vielleicht studieren und in meinem Beruf arbeiten.“

Der Stadt sei es wichtig, dass alle Sprachschüler ein Teil der Bevölkerung würden, sagte der stellvertretende Bürgervorsteher Dieter Krämer. Sie sollten sich nicht zurückziehen, sondern weiter Kurse besuchen und sich möglichst in Vereinen und im Berufsleben integrieren. Genau das hat Gol Mohammad Haidari vor: Der 37-Jährige aus Afghanistan hat nach einem Praktikum als Maurer ein klares Ziel: „Ich möchte gern mit dem Chef sprechen über eine Ausbildung.“

Ahrens-Gravert lobte die hohe Motivation und Lernbereitschaft der Teilnehmer sowie das „sehr gute Prüfungsergebnis“: 14 erhielten das Zertifikat „Deutsch-Test für Zuwanderer“ auf A2-Niveau, elf Schüler erreichten sogar die Stufe B1. „Damit ist eine sprachliche Basis geschaffen worden, um sich in Deutschland im Alltag besser zu verständigen und beruflich eine bessere Perspektive zu haben.“ Das Papier sei sehr wichtig im Anerkennungsverfahren.

Nach acht Monaten Arbeit sehe sie nur lächelnde Gesichter und Stolz, sagte Lehrerin Svetlana Reicherdt. Sie lobte ihre Schüler für deren Fleiß und dankte ihnen mit einem Aufruf: „Wir alle werden das nie vergessen – bitte nicht aufhören!“

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