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Norddeutsche Rundschau

16. Dezember 2017 | 03:24 Uhr

Besonderer Spatenstich für Großprojekt

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Firma Moin erweitert seinen Betrieb für biologische Backwaren

von
erstellt am 05.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Es war ein besonderer Spatenstich für ein Millionen-Projekt: Denn Hans-Paul und Brigitta Sui Dschen Mattke haben mit einem extra angefertigten Spaten – zwei Stiele, ein Blatt – die erste Erde ausgehoben für eine neue Produktionshalle im Gewerbegebiet. Erweitert wird der Betrieb „Moin Biologische Backwaren“, der tiefgekühlte Biobackwaren für den Großhandel herstellt. „Ich investiere 5,5 Millionen Euro“, so Hans-Paul Mattke (61). „Und dafür stehe ich persönlich gerade.“

45 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen jetzt, zehn sollen hinzukommen. Seit nunmehr 18 Jahren produziert Hans-Paul Mattke in Glückstadt unter anderem Croissants, Blätterteigstrudel und viele andere Leckereien aus Blätterteig. Produkte für den Großhandel in Deutschland und für einige europäische Länder. Und mit der Erweiterung wollen die Mattkes auch neue Kunden in England mit ihren tiefgekühlten Biobackwaren gewinnen. Aktuell wird auf 1000 Quadratmeter Fläche produziert, hinzu kommen 2500 Quadratmeter sowie eine angekaufte Halle. „Insgesamt erweitern wir auf 4000 Quadratmeter“, so Mattke. „Ganz nach unseren Bedürfnissen.“ Neben zwei neuen Fertigungsanlagen werde „das beste Tiefkühlaggregat gebaut, welches über Geothermie versorgt werde.“ 40 Prozent der Energie will der Unternehmer selbst produzieren. Unter anderem aus einer Solaranlage auf dem Dach. „Unser Ziel ist, den CO2-Ausstoß nochmal zu reduzieren.“ Deshalb sei er auch im Gespräch mit der Stadt. Er möchte drei kleine Windräder auf dem Firmengelände bauen.

Neu wird sein, dass es mit der Erweiterung einen kleinen Laden geben wird. „Damit die Mitarbeiter eine Beziehung zu den Menschen bekommen, die unsere Produkte essen“, erklärte Mattke vor Gästen des offiziellen Spatenstiches. Das Geschäft sollen die Mitarbeiter selbst führen. „Dafür gründen wir eine Gesellschaft.“ Über die Verwendung der Erlöse könnten die Mitarbeiter dann selbst entscheiden.

Dass Hans-Paul und Brigitta Sui Dschen Mattke in mancher Hinsicht anders denken als herkömmliche Unternehmer, zeigte sich bei dem kleinen Festakt. Denn schon der Spaten – einst kreiert vom Künstler Josef Beuys – sollte Gemeinschaft symbolisieren, so Hans-Paul Mattke. „Wir verneigen uns vor der Fläche. Wir sind froh, dass wir ihr einen Sinn geben können.“ Und er dankte seinen Mitarbeitern. Für sie werde es dann bessere Bedingungen geben. Zwei Jahre werden die Bauarbeiten dauern. Brigitta Sui Dschen Mattke (54) erklärte, dass mit einer guten Gemeinschaft die Firma in die Zukunft gebracht werde. Sie habe den Boden noch am Morgen mit „guten Pflanzen geräuchert“.

Bürgervorsteher Paul Roloff ging indirekt auf die Schwierigkeiten mit den Behörden ein, die den Anbau verzögert hatten (wir berichteten). Und er unterstrich das gute Ende, sodass sich das Unternehmen keinen anderen Standort in einem anderen Ort suchen musste. „Das Sie durchgehalten haben, dass freut mich.“

Doch Hans-Paul Mattke hat noch ein Problem, das er mit zuständigen Ämtern klären muss. Aus Gründen des Brandschutzes soll er 120 Feuerlöscher vorhalten. Mehr als seine Mitarbeiter tragen können. „Es gibt Sachen, die sind absurd.“

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