Tunnel abgerechnet : Bescherung für die Stadtkasse

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3,4 Millionen Euro eingegangen – denn die Bahnquerung ist fünf Jahre nach der Eröffnung fertig abgerechnet.

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28. Dezember 2014, 08:00 Uhr

Klingelingeling. Kein ungewöhnliches Geräusch im Moment. Doch es kommt nicht von Weihnachtsglöckchen, sondern aus gänzlich unerwarteter Richtung: aus der Stadtkasse. Binnen weniger Tage sind insgesamt 3,4 Millionen Euro eingegangen. Grund: Nach fünf Jahren steht die Abrechnung für die Wellenkamper Bahnquerung.

Im September 2009 wurde sie eröffnet. Im April 2010 begann die Bürgermeister-Zeit von Andreas Koeppen – dabei habe er das Projekt geerbt, sich aber nicht darüber gefreut. „Es war eines der ersten Schriftstücke, die ich dem Bürgermeister vorlegen musste“, sagt Frank-Dieter Simon, heute Leiter des Hauptamtes. Viele Akten gab es, doch das Projekt sei „eher ungeordnet“ gewesen, sagt Koeppen mit aller Zurückhaltung. Jetzt freut er sich tatsächlich: „Wir können die Bahnunterquerung als fast zu Ende bearbeitet betrachten.“ Mit der Bahn und dem Bund als den anderen Beteiligten wurde die erste Änderung der Kreuzungsvereinbarung unterzeichnet. Die Millionen für deren Anteil an den Kosten konnten fließen, auf die die Stadt seit Jahren warten musste. „Es ging um Summen, die für die Stadt unheimlich wichtig waren“, betont Simon.

Zuvor musste alles abrechnungsfähig aufgearbeitet werden. Viel Anstrengung und Engagement habe das gefordert, lobt Koeppen. Simon machte den Anfang, übergab an die Experten Bodo Schmedtje und Susanne Pensky aus der Tiefbauabteilung. Aber: „Allein hätten wir das gar nicht geschafft“, sagt Koeppen. Der frühere Bauamtsleiter Helmar von Torklus unterstützte, auch ein Ingenieurbüro wurde eingespannt.

Die Beteiligten hätten gut mitgearbeitet, unterstreicht der Bürgermeister. „Die Deutsche Bahn hat sich wirklich sehr anständig benommen, sehr fair, sehr offen.“ Gleiches gelte für den Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr. Dennoch musste viel abgestimmt werden, bevor die neue Vereinbarung stand, die das Bundesverkehrsministerium gerade erst abgesegnet hat.

Die reinen Baukosten für den Tunnel liegen bei fast 20 Millionen Euro, der Anteil der Stadt beträgt rund sechs Millionen. Bis 2009 erhielt sie noch Abschläge von Bund und Bahn, „seitdem gab es keine weiteren Zahlungen“, erläutert Hauke Carstens, Leiter des Amtes für Finanzen. Die 3,4 Millionen Euro überraschten ihn, in dieser Höhe habe er die Beträge in diesem Jahr nicht mehr erwartet. Dadurch und dank anderer Effekte sinkt die Verschuldung der Stadt zum Jahresende, die im November im Nachtragsetat festgestellt worden war: Statt 34,8 sind es 30,4 Millionen Euro, das entlaste bei den Zinsen.

Von Bahn und Bund werden 2015 und 2016 noch 2,35 Millionen Euro erwartet. Das war eingeplant und bringe keine Entlastung, so Carstens. Aber wenn das Geld nicht gekommen wäre, wäre es eine Belastung gewesen. Zudem hofft die Stadt auf weitere Fördermittel, da die Gesamtkosten höher lagen als bisher kalkuliert. Wenn die Nachbewilligung kommt, fließen noch einmal knapp 618  000 Euro.

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