Spender gesucht : Berufsschüler retten Leben

Speichelprobe: Auch Sofie Ferch (18) ließ sich gestern registrieren.
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Speichelprobe: Auch Sofie Ferch (18) ließ sich gestern registrieren.

DKMS und Itzehoer Berufsbildungszentrum veranstalten Typisierungsaktion für krebskranke Laura aus Tarp.

shz.de von
20. Februar 2014, 05:00 Uhr

Während andere Jugendliche ihr Leben genießen, kämpft Laura aus Tarp bei Flensburg um ihres: Die 14-Jährige ist an Blutkrebs erkrankt – nur eine Stammzellenspende kann ihr Leben retten. Jedoch wurde bisher weltweit kein passender Spender für sie gefunden.

Um ihr und anderen Patienten zu helfen, veranstaltete das Regionale Berufsbildungszentrum (rbz) gemeinsam mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) gestern eine Registrierungsaktion. Schüler, Lehrer und jeder Interessierte konnten sich mittels einer Speichelprobe als Spender registrieren lassen.

In Vorträgen wurden die Schüler über Blutkrebs, aber auch über Typisierung und Spende aufgeklärt. Dominik Leukel (20) aus Hohenlockstedt und Martin Günther (25) aus Herzhorn, deren Stammzellen bereits für zwei Patienten aus Amerika und Australien gebraucht wurden, berichteten von ihren Erfahrungen. „Ich würde es immer wieder tun, denn es ist kein großer Aufwand im Vergleich mit dem, was es bringt“, so Günther.

Die Typisierungsaktion stieß in der Schule auf großen Anklang. So auch bei Hasan Damdelen (20): „Den Menschen helfen“ sei seine Intention. „Es ist eine gute Sache, egal, wer meine Stammzellen kriegt“, erklärte Katja Klein (18). „Wenn ich die Krankheit hätte, wäre es nett, wenn es auch einen Spender für mich gäbe“, begründete Lehrer Hauke Hell (31) seine Registrierung bei der DKMS.

Bei Blutkrebspatienten vermehren sich die weißen Blutkörperchen unkontrolliert, verdrängen die anderen Bestandteile des Blutes, sorgen für Sauerstoffknappheit und schädigen Organe. „Für Patienten, die eine Stammzellenspende brauchen, ist sie die letzte Hoffnung“, weiß Martin Quarg von der DKMS aus Köln. Allerdings sei die Suche nach dem einzig passenden Spender wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen: Die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens zehn Gewebemerkmale eines Patienten mit denen eines Spenders übereinstimmen, sei sehr gering. Um so wichtiger sei es, dass sich möglichst viele Menschen registrieren und typisieren lassen. Jeder zwischen 17 und 55 Jahren könne das tun, wenn er mindestens 50 Kilogramm wiegt und gesund ist. Die Kosten pro Registrierung liegen bei 50 Euro und werden von der DKMS getragen.

Finanziell wurde die Aktion am rbz vom Rotary-Club Itzehoe unterstützt, aber auch jede weitere Geldspende hilft, lebensrettende Stammzellenspenden auf den Weg zu bringen.

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