Berufsbildungszentrum übernimmt Erzieher-Ausbildung

Unterzeichnen den Vertrag zur Überleitung: Sylvia Frahm, Torsten Wendt, Renate Frie und Klaus-Peter Teske.
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Unterzeichnen den Vertrag zur Überleitung: Sylvia Frahm, Torsten Wendt, Renate Frie und Klaus-Peter Teske.

shz.de von
26. November 2013, 05:00 Uhr

Das Regionale Berufsbildungszentrum (rbz) wird bald auch Erzieher ausbilden. Es übernimmt die Fachschule für Sozialpädagogik im Berufsfortbildungswerk, die mit dem 31. Juli 2015 ihre Türen schließt. Der Unterricht für die Schüler findet ab dann nicht mehr in der Bekstraße sondern im rbz statt. Den Überleitungsvertrag unterzeichneten nun Landrat Torsten Wendt, rbz-Schulleiter Klaus-Peter Teske, Fachschulleiterin Renate Frie und Sylvia Frahm, Abteilungsleiterin für Sozialpädagogik am rbz.

Grund ist die verschärfte Auslegung des Paragraphen im Schulgesetz durch das Ministerium, der die Zulassung der Lehrer an privaten Schulen regelt, wie Renate Frie erklärt. Seit zwei Jahren müssen alle neu einzustellenden Lehrer an Schulen in privater Trägerschaft zwingend ein Referendariat absolvieren. „Bisher war es zumindest im berufsbildenden Bereich möglich, mit Hochschulabschluss, einschlägiger Berufstätigkeit und außerhalb des Schuldienstes erworbener Unterrichtserfahrung eine Unterrichtsgenehmigung zu erhalten.“ Das Schulgesetz sehe aber „Gleichwertigkeit“ mit der öffentlichen Schule vor, ein Referendariat ist also Pflicht. Renate Frie: „In der Konsequenz heißt das für Schulen in privater Trägerschaft, dass sie selbst Referendare ausbilden müssen, was aber wegen der fehlenden Refinanzierung der Kosten für kleine Schulen wie die unsere auch wegen fehlender personeller Ressourcen nicht möglich ist.“ Bereits ausgebildete Lehrer anzuwerben, sei wegen des leer gefegten Arbeitsmarktes schwierig. Allerdings brauche die Schule ab 2015 neue Lehrer, dann gehen viele in Rente. „Aber den Generationswechsel schaffen wir nicht unter diesen Bedingungen.“

Unterstützung kommt nun vom rbz. Das Berufsbildungszentrum hat sich bereit erklärt, die Versorgung mit Ausbildungskapazitäten zu übernehmen. Ab 2015 beginnt dort die Ausbildung zum Erzieher, die dann noch an der Fachschule laufenden Bildungsgänge werden am rbz weitergeführt. Die Fachschullehrer können vom rbz als Angestellte übernommen werden.

Für die Studierenden wird sich mit der Überleitung zum rbz einiges ändern. Unterrichtet wird nicht mehr in den jetzigen familienfreundlichen Ausbildungszeiten (8.15 bis 12.15 Uhr sowie ein langer Tag bis 17 Uhr), sondern in den für öffentliche Schulen üblichen. Renate Frie: „Wir können die Entscheidung des Ministeriums für Bildung und Kultur weder nachvollziehen noch billigen. Sie bedeutet das Aus für ein besonderes, zeitlich und inhaltlich speziell an Berufsrückkehrerinnen gerichtetes Ausbildungsmodell, das für Schleswig-Holstein einmalig war.“ Ein großer Vorteil der Überleitung sei allerdings, dass der Schulbesuch nun kostenfrei wird. Bisher kostete die Ausbildung an der Fachschule 230 Euro monatlich.

Die Fachschule für Sozialpädagogik bildet seit 1994 für den Kreis Steinburg Erzieher aus. Auch 2014 wird ein neuer Bildungsjahrgang beginnen, allerdings dann schon mit den Unterrichtszeiten der Berufsschule. Nach einem Jahr wird es dann den Wechsel zum rbz geben. Kostenpflichtig ist nur das erste Ausbildungsjahr.

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Anmeldungen: Fachschule für Sozialpädagogik maxQ. im bfw; Bekstraße 18-22, 04821/63163; Mail: itzehoe@bfw.de.

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