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Jahrmarkt in Itzehoe : Bereit für den großen Rummel

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Am Donnerstag wird der Jahrmarkt auf den Malzmüllerwiesen offiziell eröffnet. Wir waren bei den letzten Vorbereitungen dabei.

Das ist der wohl entspannteste Teil seines Jobs: Während ein Mitarbeiter mit Pinsel und roter Farbe abgeplatzten Lack nachbessert, steht Robert Rasch gestern Vormittag auf den Malzmüllerwiesen vor seinem „Jumper“ in der Sonne. Das Fahrgeschäft ist aufgebaut, bis zur Eröffnung sind es noch gut 24 Stunden. Heute um 16 Uhr wird der Itzehoer Frühjahrs-Jahrmarkt offiziell eröffnet.

„Früher hatten wir eine Losbude“, sagt Rasch. „Da hat der Aufbau mit dem Auspacken der Ware deutlich länger gedauert.“ Der „Jumper“ stehe hingegen schon nach drei Stunden. Der 56-Jährige ist in der vierten Generation Schausteller und kennt Itzehoe schon von Kindesbeinen an. Mit Angeboten vom Autoscooter über ein Kinderkarussell bis zur Schaubude mit Feuerspuckern unterhält seine Familie seit Jahrzehnten. Von März bis Mitte November sind sie heute unterwegs, zwischendurch ist er mit einem Entenangeln-Stand auf dem Hamburger Dom. „Anders geht das gar nicht mehr“, sagt er.

Die Familie von Robert Rasch ist mit mehreren Geschäften auf Märkten in ganz Deutschland unterwegs.
Die Familie von Robert Rasch ist mit mehreren Geschäften auf Märkten in ganz Deutschland unterwegs.

Wenige Meter weiter sorgt Franziska Benkovich mit einem Putzlappen für glänzende Fensterscheiben vor der Auslage ihres Süßwaren-Wagens. In den nächsten Tagen werden hier unter anderem Zuckerwatte, Lebkuchenherzen und gebrannte Mandeln angeboten. Die 28-Jährige denkt gern an die Zeit zurück, als sie hier noch vor 20 Jahren mit anderen Schausteller-Kindern Enten an den Malzmüllerwiesen-Teichen fütterte oder auf vielen der Fahrgeschäfte kostenlos mitgenommen wurde. „Jetzt arbeitet man ja nur noch“, sagt sie und lacht.

Franziska Benkovich verkauft in der vierten  Generation Süßwaren auf Jahrmärkten.
Franziska Benkovich verkauft in der vierten Generation Süßwaren auf Jahrmärkten.

Voll beschäftigt ist nebenan auch noch Andreas Stadlmeyer. Der 59-Jährige ist seit 30 Jahren mit der Familie Rasch auf Jahrmärkten unterwegs, seit zwei Jahren arbeitet er jetzt in „Fuzzy’s Lachsaloon“ von Rico Rasch. „Ich habe damals Abstand zu meiner Ex-Frau gebraucht“, erzählt er. „Und da ich schon immer ans Wasser wollte, habe ich mich beim Rundgang über den Hamburger Dom gemeldet, als ich ein Schild mit der Aufschrift ,Junger Mann zum Mitreisen gesucht’ gesehen habe.“ Aus ursprünglich einer geplanten Saison sind inzwischen drei Jahrzehnte geworden – und der gebürtige Stuttgarter ist sich sicher, dass er der Familie Rasch auch im Ruhestand noch helfen wird.

Andreas Stadlmeyer ist vor 30 Jahren auf dem Hamburger Dom zu seinem Job gekommen.
Andreas Stadlmeyer ist vor 30 Jahren auf dem Hamburger Dom zu seinem Job gekommen.

Die längste Aufbau-Zeit benötigen wohl Piotr Janiak und seine Kollegen. Der 40-jährige Pole ist seit 18 Jahren bei der Bremer Firma Hanstein beschäftigt. In Itzehoe sind sie zum dritten Mal mit dem 38 Meter hohen Europa-Rad vor Ort. Zwei Tage dauert der Aufbau in der Regel – „wenn’s schnell gehen muss, schaffen wir es aber auch an einem“, sagt er. Gestern ist er trotz Arbeit aber ebenso entspannt wie Robert Rasch. Am späten Vormittag steht das Rad fast komplett.

Piotr Janiak arbeitet seit mehr als 18 Jahren als Schausteller.
Piotr Janiak arbeitet seit mehr als 18 Jahren als Schausteller.


> Rund 90 Fahrgeschäfte, Essensstände und Spielbuden haben von heute bis Montag, 1. Mai, täglich von 14 bis 23 Uhr geöffnet. Info: www.iz-jahrmarkt.de

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